Border Familie

Ursprünglich war unser Verein als Durchgangs Möglichkeit gedacht. Borders die nicht mehr in ihrem alten zu Hause bleiben konnten, die vom Vet. Amt beschlagnahmt wurden, oder die, die ohne medizinischen Grund eingeschläfert werden sollten.

 

Sie dürfen bei uns wohnen, leben und bekommen die  nach- Erziehung, mit den Grundlagen, die ein Hund in der heutigen Gesellschaft einfach haben muss. Dann suchen wir für sie geeignete zu Hause, bei Menschen, die den Willen haben, einen Hund kennen zu lernen. Die ihm und seinen Möglichkeiten mit Geduld und Liebe gerecht werden. 

Ich werde gern falsch verstanden, wenn ich von Geduld und Liebe spreche. Für mich heisst das nicht, mit Wattebäuschchen und Gutsi einen Hund zu manipulieren. Liebe heisst für mich auch Ehrlichkeit, sich selber in Frage stellen, Konsequenz, sinnvoll verlangtes Verhalten, auch wenn es für mich unbequem ist, durch zu halten.

Nur so kann ich den Respekt meines Hundes gewinnen und ihn zu einem angenehmen Mitglied in der Gesellschaft erziehen. 

Man möge mir verzeihen, dass ich die Begleitung eines Hundes in das Leben , oft mit der Wegbereitung eines Kindes vergleiche. 

In beiden habe ich viel Erfahrung und viel Vergleichsmöglichkeiten. 

In einer Zeit in der unsere Kinder klein waren, wurde die Antiautoritäre Erziehung hoch gelobt. Danke all den Eltern, die das mit dem eigenen Verstand handhabten. Ansonsten die Resultate noch verheerender herausgekommen wären. 

 

Ganz ähnlich ist der Verlauf der Hundehaltung in neuester Zeit. Der Trend zu kleinen Hunden, die man ja nicht erziehen muss, die sich super als Kinderspielzeug eignen, die Auszugsleine und die Hundetragetaschen lassen die Würde dieser wunderbaren Persönlichkeiten sterben.

 

Entschuldigung, ich bin abgeschweift. 

Ich wollte euch kurz erzählen, wie aus der Auffangstation, anschliessend dem Refugium und jetzt aktuell die Reha und das Hospitz wurde. 

 

Tajo, dessen Leben aufgrund seiner körperliche Schäden sehr ungewiss ist, ist aber fröhlich, spielt und springt, so als ob er von allem nichts weiss. Muss er auch nicht. Er darf mit uns bleiben, solange seine Schmerzen ihn nicht täglich quälen. 

 

Lya, unser Puscheli, taub und autistisch, lebt mit ihrer Behinderung recht unbekümmert. Solange  sie ihren „Nuggi“, einen Grasbüschel, einen Strohhalm oder ähnliches im Maul hat, verliert sie den Boden zur Welt nicht. 

 

Nardo, dessen Gehörlosigkeit für ihn und uns schon lange nicht mehr als Behinderung gilt, lebt ein gutes Leben in der Familie. Dass er alle Türen öffnen kann, stellt keine Probleme mehr. Er geht höchstens mal zu Nachbars, um den Muh Damen guten Tag zu sagen. 

 

Lyssi, deren regelrechte Manie, Türen zu öffnen, für uns schon das grössere Problem darstellt. 

Sie will raus, um Velos, Autos und alles andere fahrbare zu jagen. Ihr fehlgeleiteter Hütetrieb wurde mit Exzessivem  Ball- und Stöckchenspiel noch arg gefördert. Dazu kommt, dass ihr der sprichwörtliche „will to please“ völlig abgeht. Ihre Mittelkralle bekomme ich dafür fast täglich zu sehen. Wenn sie mal on the road ist, ging sie bis anhin nie weit, sie wartet lieber auf das nächste Opfer. Sie lässt sich aber partout nicht dazu bewegen, ihr " Spiel" zu beenden, solange sie nicht will. Sie hat zwar in den letzten sieben Monaten Fortschritte gemacht, im Stil von 2mm vor und am nächsten Tag einen zurück. 

 

Shiva, mit ihren 17 Jahren, fast taub und stark schwachsichtig, macht das alles mit ihrem bezaubernden Wesen wett. Sie braucht einfach die besondere Vorsicht, die alte Menschen, exgüsi, alte Hunde halt brauchen. 

 

Juwel, die Sprachbegabte, war ja vor 11 Jahren meine Lebensretterin. Sie ist ein Plaudertäschli, liebt es , im Wald verstecken zu spielen und kugelt sich vor lachen, wenn ich entsetzt sage " oh, jetzt haben wir Juwel verloren". Sie kommt dann hervor gesprungen, erwartet die Belohnung um sich  gleich wieder zu verstecken. Sie ist  sanft aber unerbittlich  mit den Schafen. Meine kleine Tussi.

 

Dass Mouvie die Wadenzwickerei bei Menschen, nie ganz ablegen konnte, liegt bestimmt auch an mir. Ich konnte ihr zwar glaubwürdig verclickern, dass Hund das nicht darf, dass das  völlig unerwünscht ist, funktioniert aber leider nur, wenn ich in ihrem Einflussbereich bin. 

 

Der alte Giando, Havanna und  Tracy gehören in die Erziehungskiste von Pierre. Als schulischer Heilpädagoge .... na ja, man soll ja authentisch bleiben. Sie haben Rechte, ihr Verhalten wird immer entschuldigt.... nun ja, es ist gut mit dem Prinzen und den Prinzessinnen zu leben. :-) 

 

Sinah, als Pippi Langstrumpf in der Familie, sorgt sie manchmal für Kopfschütteln, sehr oft aber auch für herzhaftes Lachen. Bei ihr ist mir klar, dass sie endlich mit dem Ernst des Lebens konfrontiert sein sollte. Für sie ist das Leben ein Spielplatz mit ihr als Hauptperson.  Bei ihrer Schulung  kommen immer die Notfelle dazwischen, die meine „Erziehungszeit“ aller anderen kürzen. 

 

Suzette, durch ihre lange Garagenhaltung,  an der Seele und natürlich auch am Körper geschädigt, hat eine ganz klare Idee, wie ihr weiteres Leben aussehen muss. 

Stark, unbeugsam, mit allen ihren möglichen Mitteln, sagt sie, dass sie da zu Hause ist. Sie geht mit niemanden mit, zwei Vermittlungsversuche schlugen fehl, sie sagt, sie gehört hierher.

Ja, warum auch nicht? 

 

Quijla, Muffin und Nasha sorgen für meinen sportlichen Ausgleich, helfen mir den Kopf frei zu bekommen und mich an Erfolgen zu freuen. Unbeschwerte Seelen, zu allem bereit, kann ich mich aber immer auf sie verlassen. 

 

Joe, erst kurz bei uns, verliert langsam die ungeheurliche Angst vor allen Hunden und dem Leben an sich. Er zeigt sich sehr offen für Hilfestellungen unsererseits. Mit seinen drei Jahren hat er noch alle Chancen umzulernen und sich von seinen inneren Ketten zu befreien. Er ist sehr liebenswürdig, charmant und eben, Lernbereit.

 

Jandscha, als Feriengast sehr lieb gewonnen, bleibt sie jetzt für immer mit uns. Sie ist eine äusserst fröhliche, eigenwillige kleine Diva.

 

Jupee, mein kleiner grosser Rottweiler, verkleidet als Papillon, ist mein persönlicher Bodyguard. Sie wusste von der ersten Stunde ihres Daseins, dass sie für mich verantwortlich ist. Sie bewacht mich, lässt mich nie aus den Augen und wartet stoisch, gah ich doch mal ohne sie weg. Mit  ihrer starken Persönlichkeit macht sie ihre Grösse wett. Sie wird von allen ernst genommen und wenn sie mal schlecht drauf ist, sogar gefürchtet :-)  

 

Warum ich euch das alles erzähle? Ganz genau weiss ich es auch nicht. Vermutlich einfach um meine Unvernünftigkeit mir gegenüber zu rechtfertigen. 

 

Die Lustigkeit, die Unbekümmertheit, der Ideenreichtum und vor allem ihre Herzlichkeit, lassen mich "Unique Pop of the sweetest Corn" , kurz Popcorn, bei uns behalten. Sie ist die Therapeutin der Hunde und Menschen auf unserer Farm  

 

Von Herzen sage ich euch DANKE für alle eure Unterstützung und wünsche euch und  euren Tieren ein gesundes, lustiges und lebenswertes 2020

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