Dezember 2018

Hallo ihr Lieben

 

Der letzte Montag war für uns alle ein grässlicher Tag. Obwohl wir alle schon wussten, dass mein Freund Even, nicht mehr sehr lange mit uns leben wird, war dann sein Krampfanfall doch erschreckend. Nach dem Hilferuf in die Klinik, bekamen sie sofort einen Termin. In der Regel ist ja immer jemand da, der mit Anïta arbeitet oder einfach so da ist. Just an diesem Montag war sie ganz allein. Pierre hatte Adventsfenster in der Schule, war also vor acht Uhr nicht zu erwarten.

Die frühe Dunkelheit am Abend, macht das Leben auf der Farm für die Menschen nicht unbedingt leichter. So rannte Anïta noch schnell zu den Schafen, gab denen genügend Heu und.... da lag „ Lila“. Lila ist ihr Lieblingsschaf. Sie röchelte und wollte nicht aufstehen. Also, noch mal Telefon in die Klinik. „ Nein, sie müssen nicht kommen, ich bringe sie gleich mit“ hörte ich Anïta sagen. Sie packte „Lila“ in  die Schubkarre und fuhr so zum Auto. Dann rief sie Andreas, das ist unser Nachbar, dass er ihr bitte schnell zwei Hände leihen kann. So packten sie Lila ins Auto, und Even auf der anderen Seite in die Box. 

 

Wir anderen Hunde mussten in den Borderraum und ins Haus. „Seid bitte brav, ich komme möglichst schnell wieder“

 

Jetzt kommt mir grad in den Sinn, dass ihr alle, oder die meisten von euch, mich noch gar nicht kennen.

 

Ich bin Mouvie, sozusagen eine ehemalige Border Homeless. Da ich bedingt durch meine Erfahrungen ein sehr gespanntes Verhältnis zu Menschenbeinen habe, blieb ich länger als geplant. Kinderbeine sind für mich das allerschlimmste. Wenn sie stampfen, schnell vorbeirennen oder gar treten, kann ich nicht mehr an mich halten. Ich muss die zwicken. So haben unsere Zweibeiner gesagt, dass sie mich nicht in ein Neues zu Hause geben können, sie wollen nicht, dass sich da noch mehr schlechte Erfahrungen häufen.

So lernte ich mit den Schafen arbeiten, machte Agility, Trick Dog, Begleiterin am Velo und neu auch Hoopers. Ich darf im Sommer die Ausbildung zum Wasserrettungshund besuchen. Ja, ihr lest schon richtig, ich wurde adoptiert und darf da bleiben. Even ist mein bester Freund und mein grosses Vorbild. Wir teilen uns oft ein Bettli und kuscheln zusammen. 

 

Da es im Borderraum schön warm ist, wir Bettli drin haben und Boxen, kuschelten wir uns ein und pennten. Als es sehr spät war, kam Anïta wieder heim. Sie war ganz nieder geschlagen und hat erzählt, dass Even jetzt über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Ihr Gesicht war voll Wasser.  Sie erzählte, das Lila eine Infusion bekam, Glucose und Kalzium, weil nicht ersichtlich war, was ihr denn fehlen könnte. Sie schlief einfach ein und wachte nicht mehr auf. Anïta fuhr im Regen und Dunkelheit mit Even ins Krematorium hier im Thurgau. Er habe ganz ruhig geschlafen, sie hat uns seinen Geruch und seine letzte Energie mitgebracht. 

Sie hat uns sehr gelobt und es gab dann auch gleich etwas feines zu essen. Wir waren aber auch brav, keiner hat Quatsch gemacht. Wir wissen schon, wenn es Ernst ist. 

Die Zweibeiner sind schon etwas komisch. Schon lange hat Anïta uns erzählt, dass man nur den Raum wechselt, wenn man nicht mehr im irdischen Leben ist. Und jetzt zerbricht sie fast, kann es sein, dass sie selber nicht so recht glaubt, was sie erzählt ? 

Wir Hunde, wir wissen es ganz genau. Wir sind immer noch da, einfach nicht mehr in diesem Körper. 

Und gestern Nacht hat sie es selber erlebt. Nachdem sie sich in den Schlaf geweint hat, ist sie plötzlich wieder aufgestanden. Ganz leise ging sie raus und sagte uns, dass wir liegen bleiben sollen. 

Das hat sie jetzt lange Zeit für Even gemacht, weil er es nicht mehr sehr lange aushalten konnte, ohne zu bisele. Sie stand im Zimmer, wartete und ging dann wieder in ihr Bett. Leise fragte sie mich, ob ich es auch gehört habe? Even war da. Kein anderer täppelet so wie er JJa ich spüre ihn, er ist oft da, auch wenn die Zweibeiner es nicht merken. 

 

Er fehlt. Sein Witz, seine Art und auch seine Ernsthaftigkeit. 

 

Ich werde und will ihn auch in keiner Art ersetzen, das kann man gar nicht. Ich möchte aber unsere Erlebnisse, unser Leben hier , in Geschichten verpackt für ihn weiter erzählen. So lebt er doch noch irgendwie mit uns. 

 

Ich habe die Aufabe übernommen, die „Neuen“ zu lehren, was Menschen erwarten. Ich führe sie an. Ich bin nicht so lieb und geduldig wie Even, nicht so diplomatisch, sagen meine Menschen. Ich bin klar und direkt ;-) Aber ich gebe mein Bestes, einen  guten Job zu machen. 

 

Eure Mouvie

17. Dezember 2018

Dankbar, dass uns noch ein paar Wochen geschenkt wurden. Wir haben sie ausgekostet, und jetzt.....

überschwemmt die Tarurigkeit alle anderen Gefühle.

Run free, mein grosser Prinz,  mein Seelenhund

  • »Du verstehst doch. Es ist zu weit. Ich kann diesen Körper nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.«
  • »Wenn du in der Nacht den Himmel betrachtest, weil ich auf einem von ihnen wohne, dann wird es für dich so sein, als ob alle Sterne lachten, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein hast Sterne, die lachen können!«
  • »Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh darüber sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst mit mir lachen. Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, einfach so, zum Vergnügen … Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein zu sehen, wie du lachst, wenn du deine Blicke auf den Himmel richtest. Dann sagst du: ›Ja, die Sterne bringen mich immer zum Lachen!‹ Und sie werden dich für verrückt halten. Dann werde ich dir einen schönen Scherz bereitet haben …«

Antoine de saint Exupéry

Oktober 2018

Flieg mit den Engeln, du liebe, tapfere Seele. Viel zu kurz war unsere gemeinsame Zeit, ich wollte dir noch so viel mehr von der Freiheit geben, die du die letzten zwei Monate so sehr genossen hast. Unsere Herzen waren sich nah, ist es darum, dass du nun entschieden hast, zu gehen? Ich habe viel gelernt von dir, du hast dich in meine Seele gebrannt. Glück, Glück auf vier stämmigen Beinchen, das warst und bist du für mich. Die krankmachenden Zellen in deinem Körper wollten wir gemeinsam besiegen. Ich hoffe, dass es dir jetzt gut geht, wo du bist, wir werden uns wiedersehen. In Liebe und Dankbarkeit, dass ich dich kennen lernen durfte, deine Freundin

 

„Ich will dir ein Hund für eine Weile leihen“, sagte ein Engel. „Damit du ihn lieben kannst, solange er lebt und trauern, wenn er tot ist. Ich kann dir nicht versprechen, dass er bleiben wird, weil alles von der Erde zu den Sternen zurückkehren muss. Wirst du darauf aufpassen, für mich, bis ich ihn zurückrufe? Er wird dich bezaubern, um dich zu erfreuen und sollte sein Bleiben nur kurz sein, du hast immer die Erinnerungen, um dich zu trösten. Willst du ihm alle deine Liebe geben und nicht denken, dass deine Arbeit umsonst war? Und mich auch nicht hassen, wenn ich das Tier zu mir heim hole?“ Mein Herz antwortete: “Lieber Engel, dies soll geschehen! Für all die Freuden, die dieses Tier bringt, werde ich das Risiko der Trauer eingehen. Wir werden es mit Zärtlichkeit beschützen und es lieben, solange wir dürfen. Und für das Glück, das wir erfahren durften, werden wir für immer dankbar sein. Auch, solltest du es früher zurückrufen, viel früher, als geplant,werden wir die tiefe Trauer meistern und versuchen, zu verstehen. Wenn unser geliebter Hund diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verlässt, schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele, um sie ihr Leben lang zu lieben.

August 2018

Mit dem Zusammenspiel des metreologischen Herbstanfangs, zeigen sich auch in der Natur die unverwechselbaren Zeichen. Am Morgen ist es schon duster, und heute sogar fast dunkel, bei der Zeit in der ich aufstehen sollte. Wunderbar, dass sich auch endlich der so ersehnte Regen eingestellt hat. Nicht nur unsere Wiesen dürsten. Unsere Hunde haben entspannt und ruhig geschlafen, auch sie geniessen die kühlere Luft im Zimmer.

Aus dem vermeintlichen "Wochentagebuch" ist leider nichts geworden. Auch wenn unsere vielen Senioren nicht mehr so grosse Ansprüche in Bezug auf ausgedehnte Trainings und stundenlange Wanderungen  haben, so geniessen sie doch, lange zu schnüffeln, Zeitung zu lesen und sich in den Düften zu vergessen. So sind die Spaziergänge zwar Wegmässig etwas kürzer geworden, nicht aber Zeitmässig.  Seit ein paar Wochen lebt noch Zoulu bei uns, keine Border Collie, wohl aber eine Seniorin. Die Umstände liessen mich nicht anders handeln, als sie zu uns zu nehmen. Es ist unlaublich und selbst für mich erstaunlich, wie schnell sich dieses 15 jährige Hundewesen in unsere Gruppe eingefügt hat. Wie selbstverständlich unsere Familie sie aufgenommen hat. Sie lassen sie allein fressen, weil sie etwas länger braucht :-) , sie steht inmitten aller und bettelt um etwas. was die anderen begehrenswert finden :-) Sie marschiert mit den Borders, erst mit der Seniorengruppe, aber inzwischen schon mit den aktiven. Die Schleppleine, die sie am Anfang aus Sicherheitsgründen mitzog, ist schon längst nicht mehr nötig. Auch wenn sie rüstig voraus marschiert, wenn eine Weggabelung kommt, bleibt sie stehen und wartet auf uns. Dass sie so gut wie gar nichts mehr hört,  macht sie mit ihrem wachen Geist wett. Sie spürt meine Pläne, meine Zuneigung und natürlich auch, wenn von ihr im Moment nichts erwartet wird. Sie ist so ein richtiges Seelenhündchen. Ich hoffe, dass sie noch lange mit unseren Senioren ihr Leben  geniessen darf.

In letzter Zeit haben wir viele Hunde in ein Neues zu Hause gegeben. Es ist ja meine, mir selbst gestellte, Aufgabe, für die resozialisierten Tiere ein neues Daheim zu finden. In den vielen Jahren und bei den vielen Vermittlungen die nun schon hinter uns liegen, habe ich gemerkt und akzeptiert, dass das nicht alle Menschen gleich verstehen. Wenn ich dann nach langer Zeit, wo ein Hund schon Jahre am neuen Ort lebt, den Vorwurf bekomme, dass gerade dieser Hund am Anfang ab einer Mülltonne erschreckt stehen blieb...... ein Zeichen, dass wir sie zu wenig auf solche Sachen vorbereitet hätten.....nun ja, da brauche ich nichts zu sagen.

Re -sozialisierung heisst für mich, dass die Hunde lernen, mit nicht gewohnten Situationen umzugehen. Sie lernen, ihre Angst zu überwinden, mit dem Wissen, dass sie uns und unsere Unterstützung im Rücken haben. Sie dürfen testen, sie dürfen auch Angst zeigen.... sie dürfen Hunde sein. Wenn sie sich dann selber etwas trauen, wächst ihr (Selbst) Wertgefühl und sie werden zu starken Persönlichkeiten. Nicht nur zu funktionierenden Wesen, die angepasst möglichst nicht anecken wollen.

Das sind meine Grundsätze, ich verlange von niemanden mehr, dass er das auch so sieht oder so umsetzt.

Auch den Vorwurf, warum wir nicht über das Internet vermitteln, da das doch heute die moderne Form der Vermittlung sei, zeigt mit, dass unsere Grundidee so gar nicht verstanden wurde. Wir werden es halten wie bis anhin, denn für die Hunde, für die wir Plätze suchten, haben wir immer sehr tolle Familien gefunden. Wir haben keine "im letzten Moment abgesagt", oder "nicht abgeholt", oder ähnliche traurige Sachen erlebt.  Wir haben mit fast allen Adoptanten ein schönes Verhältnis, wo wir ungezwungen immer mal wieder Bilder und Berichte bekommen. Wo wir auch jederzeit vobei gehen dürfen und unseren, im Herzen bleibenden, mal Hallo zu sagen.

Ich möchte diesen kurzen Bericht mit der Frage unseres Treuhänders, den wir letzte Woche besuchten, abschliessen. " Frau Laederach, mal eine Frage, warum tun sie sich das an ? "

Tia, wer es bis dahin nicht verstanden hat, wird es wohl nie verstehen.

ES IST EINE HERZENSSACHE

tragt Sorge zu euren treuen Hunden, eure Anïta

August 2018

Mein „täglich“ Brot ....

 

Meine Hunde dürfen nicht mit fremden Hunden „spielen“.

Das hat seine Gründe. Der erste und wichtigste Grund ist: kennen sich Hunde nicht, spielen sie nicht miteinander. Sie bewältigen Konflikte, in denen sie sich gar nicht befinden würden, wenn ihre Halter nicht auf Kontakt aus wären. 

Sprichst du mit jedem Fremden auf der Straße?

Magst du von Fremden angefasst werden und findest du es schön, wenn einer dir frech auf die Pelle rückt? Hunde auch nicht. 

 

Hunde haben eine Individualdistanz. Wenn sie könnten würden sie weiträumig ausweichen, oder sich mit Bellen Raum verschaffen. Leinenaggression lässt grüßen. 

Ist das Kind schon mal in den Brunnen gefallen und der Kontakt mit dem fremden Hund ließ sich nicht vermeiden, hat dein Hund genau vier Möglichkeiten den Konflikt zu lösen. 

 

Fachlich nennt man das die vier F´s.

FIGHT (Kampf) – FLIGHT (Flucht) – FREEZE (Erstarren) - FIDDLE ABOUT (rumalbern)

Die meisten Hunde haben schon in der Welpenspielgruppe gelernt, dass die ersten drei Varianten nicht wirklich zur Lösung beitragen und so bevorzugen sehr viele Hunde das FIDDLE ABOUT um Begegnungskonflikte zu lösen. 

Erst geht der Hund in die Vorderkörpertiefstellung (der Besitzer quietscht vergnügt: schau er will spielen), er springt mit den Vorderpfoten in dieser Stellung dann von rechts nach links und umgekehrt, bevor der andere Hund plötzlich lossprintet und die Beiden ein Rennen startet. Bei dem ist einer der Jäger und der andere das Opfer, getauscht werden die Rollen nicht. Oft sieht man danach ein FREEZE von dem ersten Hund und hier kommt es dann sehr auf die beiden Hunde an, ob das Ganze kippt oder nicht. Dies ist kein Spiel, sondern pures Konfliktmanagement und Stressabbau.

Warum mein Hund da nicht mit machen darf, erklärt sich wohl jetzt von selbst. 

 

Qualität vor Quantität

Meine Hunde haben übrigens fast täglich Kontakt mit anderen Hunden. 

Mit ihren Kumpels. Man trifft sich regelmäßig, die Hunde kennen und mögen sich, ja und in diesem entspannten Rahmen entsteht dann auch mal ein kurzes Spiel. Ohne Stress. 

Und bei uns kommt noch dazu, dass wir meistens mit mehreren Hunden unterwegs sind, da will ich sie nicht auf einen "Neuen" loslassen. Wenn aber jemand den Wunsch hat, dass sein Hund mit unseren spielen darf, ist das Team eingeladen, zu uns auf den Platz zu kommen. Da sind dann die Hunde, die gern jemanden kennen lernen, und dann findet auch wirkliches,, kontrolliertes Spiel statt.

 

Teile des Textes von Jennifer Stephenson übernommen und unterschrieben.

April 2018

Nun können wir nicht mehr darüber weg sehen, auch wenn ich es ganz lang nicht wahrhaben wollte. Dein Alter macht deinem Körper manchmal Mühe, und du akzeptierst die Einstieghilfe beim Auto. Auch wenn du dich am Anfang dagegen wehrtest, konntest du, als wir dir sagten, dass es eine lustige Übung ist, endlich mitmachen :-)

 

Wir beide sitzen da und lassen unser gemeinsames Leben revue passieren. Ich möchte dir sagen, solange du noch bei uns bist, wie sehr wir dich lieb haben. Du warst und bist mein Herzenshund, mein Lehrer, mein Clown und mein Freund. Wir haben gemeinsam gearbeitet, manchmal gelitten und doch viele Erfolge erzielt. Du hast unsere und fremde Schafe sortiert, die Bähs und du, ihr habt euch immer verstanden und ich weiss, oftmals wäre es für dich einfacher gewesen, wenn ich nicht immer dreingeplappert hätte.

 

Jetzt, wo du mich oft an den Film " Honig im Kopf" erinnerst, nimmst du deinen Job mit den Hühnchen und den Hasen sehr ernst. Die Schafe überfordern dich. Diese Arbeit überlässt du Mouvie und Quijla, die unter deiner strengen Aufsicht ihr Bestes geben. Manchmal muss ich lachen, wenn ich dein Gesicht sehe. Du würdest es anders machen, ich weiss. Aber das ist das Leben. Viele Sachen ändern sich, die Jungen verlangen ihren Platz, so wie wir es ja auch gemacht haben.

 

Border Homeless hat dir viel, ganz viel zu verdanken. Du hast immer zu deiner Familie geschaut, hast die Neuen, oft sehr desorientierten Hunde gelehrt, was Menschen wollen und was nicht gut ankommt. Du hast ihnen gezeigt, wie man mit Artgenossen umgeht ohne Streit anzuzetteln, oder sich auf Streit einzulassen. Du hast sie getröstet, wenn sie traurig und fremd waren. Du warst mir eine sehr grosse Hilfe als Dolmetscher, wenn manchmal einer mich nicht verstehen wollte. Im Sport, bei den Schafen, im Spass und in Albereien, wir waren immer eins, sind wir immer noch. Schwimmen im See, Trickli lernen, Agility und Militarys, grosse Wanderungen, Schneeschuh laufen, Ferien am Meer, es machte dir einfach alles Spass.

 

Ich geniesse deine zärtliche Seite und akzeptiere aber auch, wenn du einfach mal deine Ruhe haben willst. Und das, mein geliebter Even, ist halt schon oft so. Du schläfst und träumst. Wenn du dann aufwachst, kommst du von ganz weit her. Deine Spaziergänge geniesst du in Ruhe, oft warten wir alle auf dich, bis du dich von den spannenden Gerüchen trennen kannst. Deine Ohren hören nichts mehr, du spürst aber immer, wenn wir dich rufen. Deine Augen sehen nicht mehr klar, aber mit deiner grossen Erfahrung, findest du jeden Weg.

 

Als du als 7 Monatiger Jungspund über den Tierschutz zu uns kamst, lernte ich durch dich Geduld und Geduld und Geduld. Lieb zu den Büsis, lieb zu Timo und seinen Gspändli, aufmerksam gegenüber Fremden. Bis heute kann ich mich auf dich verlassen, und wenn du mir dauernd vor den Füssen stehst, und dich nicht verschieben willst, sehe ich das als Liebeserklärung. Und wieder lehrst du mich GEDULD.

 

Ich danke dir für die wunderbaren 14 Jahre. Ich hoffe, es ist nicht zu egoistisch von mir, wenn ich mit dem Lied von "Heimweh" singe......

 

Blieb nochli bi mir Even

Es isch so wunderschön mit Dir

Werum geit dZitt so schnell verbie

We mir beid i zemme si

Blieb nochli bi mir

Mir ghöred zemme Du und I

Drum versprich mir, gang no Nid

Even, chum blib nochlie

 

In grosser Dankbarkeit, deine Freundin Anïta

März 2018

Bilanzen werden eigentlich im Januar gemacht, wir machen sie halt jetzt, Ende Februar. Im Jahr 2017 haben 17 Hunde nach einer kurzen oder längeren Zeit mit uns, in ein Neues zu Hause ziehen können. Vier Hunde konnten wir direkt vermitteln, so dass sie von ihrem Besitzer grad in ihr Neues zu Hause ziehen konnten. Stolz ist bestimmt der falsche Ausdruck, aber es macht uns glücklich. Sind es doch alles Hunde mit einer Vergangenheit, Hunde, die nicht in die Gesellschaft passten, die ihre Besitzer überfordert haben. Beschlagnahmte Hunde, die vernachlässigt oder misshandelt wurden. Viele von ihnen mussten geimpft, Tierärztlich abgecheckt, gechipt und kastriert werden. Wir haben sie mit diversen Programmen resozialisiert, ein bisschen zu Respekt und Anstand erzogen. Durch unser Rudel haben sie gelernt mit Artgenossen zu kommunizieren und Konflikte zu regeln. Die Besuche von verschiedenen Trainings an fremden Orten ( Ausbildung an den Schafen, Agility, Mantrail, Nadac, Hundeschule, Clicker Trainings, schwimmen im Bodensee und im Rhein usw.) stärken ihr Selbswertgefühl und geben ihnen die Brücke, an einem Neuen Platz ihr Leben zu meistern.

 

Das alles ist nur möglich, mit eurer Hilfe. Dank eurer Unterstützung konnten wir die finanzielle Belastung tragen. Dafür sagen wir euch allen von ganzem Herzen DANKE.

 

Dass es bei der grossen Anzahl der Border und Border Mixe, die zu uns kommen, auch solche hat, die wir nicht mit gutem Gewissen vermitteln können, liegt auf der Hand. Diese Hunde haben dann, sofern sie mental gesund sind,  bei uns ein bleibendes zu Hause.

 

Kranke oder verletzte Hunde, bleiben so lange bei uns, wie sie es brauchen.

 

Wir danken auch von ganzem Herzen all jenen, die von uns einen Hund aufgenommen haben. Wie die vielen lieben Mails, Whatsups, Briefe und Karten immer wieder beweisen, haben diese Hunde alle ganz tolle "Eltern" bekommen. Wenn ich bei einem Besuch freudig begrüsst werde, abgeschlabbert und angehimmelt, tut das im Herz gut. Die freudigen Geschichten der Neuen Besitzer, strahlende Augen und immer ein liebes Wort zum Hund. Aber noch schöner ist es, wenn ich mich verabschiede und der betreffende Hund mit zur Türe kommt, dann aber zu seinem Neuen Meister steht, sich an die Kinder kuschelt und mir sagt, dass er jetzt da zu Hause ist. Da bin ich dann jeweils sicher, dass sich die ganze Arbeit, die schlaflosen Nächte, die wenigen traurigen Momente allesamt gelohnt haben.

 

Mit vollem Elan, mit ein paar kleinen Aenderungen, wird Border Homeless auch im Jahr 2018 weiter machen. Gestärkt und Entlastet durch die Hilfe von Sonja, Pierre, Manu, durch Nathalie und einem Praktikanten, sind wir immer in der Lage, jedem Hund Gruppen- und Einzelstunden zu bieten. Sie wohnen alle mit uns im Haus ( zur Freude unserer Putzfrau :-) , sie lernen, in der Nacht ruhig zu sein, aber auch, wenn sie ein dringendes Bedürfnis haben, dass sie gehört werden, dass jemand für sie da ist. Durch die von uns angebotenen Sozial Spaziergänge, lernen unsere Hunde nicht nur im eigenen Rudel sich zu benehmen, sondern auch mit fremden klar zu kommen.

 

Wir wünschen euch eine schöne Zeit mit euren vierbeinigen Freunden

Anïta und Team

Ende Februar 2018

MIt grossem Erstaunen musste ich mir vor ein paar Wochen sagen lassen, dass ich "so negativ" sei. Natürlich ist die Eigenwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung immer etwas abweichend. Aber als negativ wurde ich in meinem ganzen jungen :-) Leben , noch nie bezeichnet. Ich habe die rosarote Brille im Bezug auf Menschen oft nicht dabei, das stimmt. Versuche aber immer, möglichst neutral und objektiv zu sein. Ich kann euch versichern, die Hunde die bei uns Zwischenstation machen, kommen alle mit mehr oder minder grossen Verletzungen. Sie sind ja meist vom Veterinäramt, von Tierärzten, Tierkliniken oder Tierspital. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die "Schäden" zu erkennen, dem Hund zu helfen, durch richtige Auslastung diese abzulegen. Dass das Zeit braucht, ist wohl selbstredend. Es ist nicht so, dass ich die Hunde " ja gar nicht abgeben" will. Wir suchen aber erst einen neuen Platz, wenn wir vermuten, dass der Hund stabil genug ist, eigenständig zu einem neuen Besitzer Vetrauen zu fassen und sich da zu behaupten. Es ist nicht so, dass wir meinen, nur wir können  das gut ;-) Zum einen haben wir wirklich breite Erfahrung wie Border Collies ticken und zum anderen haben wir unser "altes" Rudel als Hilfe.

 

Wenn jemand sich bei uns für einen Hund interessiert, den Willen und die Zeit mitbringt, gerade diesem Hund in ein gutes Leben zu helfen, sind wir sehr froh, wenn solche Hunde bald adoptiert werden.

 

Hunde schauen viel von anderen ab. Wir haben viele Rückzugsmöglichkeiten, so dass jeder Hund, wenn er das möchte, mal eine Zeit für sich sein darf. Aber es wären keine Borders, wenn sie nicht das spielen und tollen mit Artgenossen geniessen würden. Natürlich auch das Gruppenkuscheln. Die täglichen Spaziergänge sind fast immer im Rudel von ca. 6-8 Hunden. Einzellektionen gibt es ein bis zweimal die Woche. In denen machen wir Sport, Spiel, Spass, Gewöhnung an Umweltsituationen. Da bin ich oder einer unserer Leute allein nur für den einen Hund da.

 

Die wenigen traurigen Momente, wo ich aufgeben muss, weil ein Hund auch nach einem halben Jahr nicht in die richtigen Bahnen kommt, wo er für sich selber und sein Umfeld gefährlich wird, diese Momente reissen mir den Boden unter den Füssen weg. Es sind auch diese Momente, in denen ich mich natürlich der Kritik, vor allem meiner eigenen, aussetze. Wenn jemand glaubt, dass er es besser kann, oder gewillt ist, nur einen Teil der Energie und der Zeit aufzuwenden, wie wir es tun, bitte meldet euch bei uns. Ich bin immer offen, wenn jemand eine Idee, eine Erfahrung oder einen Versuch hat, der uns weiter hilft. Ich korrigiere nicht nur Hunde, ich bin täglich dabei, für mich, für uns, Kurskorrekturen zu suchen.

Die Hunde sind so verschieden, auch wenn sie der gleichen Rasse angehören. Jeder muss individuell wahrgenommen, abgeholt und gefördert werden.

 

Eines ist wirklich klar, ich liebe jeden von ihnen. Wir möchten allen das Leben bei uns so gut wie möglich machen, ihre Hobbies und Vorlieben entdecken und fördern, um dann für sie das tolle End-Zuhause zu finden. Es gibt aber ein paar wenige, die aus verschiedenen Gründen nicht vermittelbar sind. Die bleiben dann bei uns und werden weiter gefördert, beschäftigt und geliebt. Sofern sie für sich selber, für Artgenossen und andere Menschen keine Gefahr sind.

Ich habe keinen Grund und schon gar keine Motivation, irgend jemanden etwas vorzumachen. Wir machen unsere Arbeit, unsere Berufung, nach bestem Wissen und Gewissen. Man darf auch nicht wegsehen, dass die Hunde die zu uns kommen, Hunde sind, die Menschen da draussen aus verschiedenen Gründen nicht mehr wollen. Dass sich solche Menschen nach der Abgabe gleich einen neuen Welpen anschaffen.....wir hoffen für den Hund dass Mensch es diesmal richtig macht.

Lasst euch aber bitte nicht abschrecken, jeder Hund bei uns ist eine liebe Seele. Sie haben tolle Talente und am richtigen Platz sind sie die tollsten Begleiter, Sparring-Partner und Freunde.

Februar 2018

nach einer Diskussion heute morgen, die mich sehr beschäftigt und betroffen gemacht hat, werde ich nun doch wieder versuchen, die zu vermittelnden Hunde hier vorzustellen. Es ist weder so, dass ich sie nicht geben will, auch nicht, dass ich meine, die einzige zu sein, die es richtig macht, es ist aber schon so, dass ich die Hunde sehr gut spüre und sehe, was sie brauchen.

 

Ich freue mich, wenn jemand, der bereit ist einem Hund ein gutes zu Hause zu geben, bei uns reinschaut und den einen oder anderen ( oder auch alle :-) kennen lernt.

 

Wir vermitteln die Hunde nur an Plätze, wo sie Familienmitglieder sein dürfen. Wo sie mit ihren Menschen im Haus wohnen, wo man Zeit, Verständnis und Geduld für sie hat.

 

Die Beschreibung der Hunde ist natürlich aus meiner subjektiven Sicht, so wie ich sie erlebe. Darum darf das Neue zu Hause auch erst mal als Ferien erlebt werden, so dass beide Parteien sich in Ruhe kennen lernen können.

Bis bald

Januar 2018

Wahnsinn, fast schäme ich mich ein bisschen. Die Grundidee dieses Inputs war ja eigentlich Wochentagebuch, nicht Jahrestagebuch :-(

 

Ich möchte mit euch in Kontakt sein, ich möchte mitteilen, was in so einem Familien-Border-Tierheim-Refugium alles läuft.

 

Bis am morgen die erste Gruppe gelaufen ist, alle 25-28 Frühstück hatten, "das bisschen Haushalt" gemacht, Hühner draussen, Schafe und Ponys einen guten Tag gewünscht, die zweite Gruppe gelaufen.....ja, dann ist Mittag.

 

Einzel Trainings Stunden, Einzel sozialisierungs Spaziergang mit Neuen, Körperpflege......und dann kommen die Fleisch und Gemüse Einkäufe für die nächsten Tage..... Mails, Telefone, Beratungen,Hunde vorstellen...... ich hoffe, ihr seht, dass es nicht reine Faulheit ist, wenn ich schlicht nicht mehr zum Tagebuch komme. Die Dankesbriefli für Spender warten schon lange auf dem Tisch, werden Tröpfchenweise verarbeitet, weil ich mental mit jedem Spender in Kontakt trete. Ich bin unendlich dankbar, dass ihr uns helft, den finanziellen Teil des Border Homeless mit zu tragen. An dieser Stelle schicke ich schon mal vorneweg einen herzlichen Pfotendruck an euch alle. Das Couvert folgt ;-)

eine (Nicht) Vermittlung bei Border Homeless

Wir waren noch nie in der Situation, so viele tolle Hunde in der Vermittlung zu haben. Einesteils bestimmt leider, andererseits ist es für mich natürlich schön, wenn ich junge, mittlere, und ältere Hunde, Rüden und Hündinnen, einfache und etwas anspruchsvollere "anbieten" kann.

 

Nach zwei halbstündigen Telefonaten, dann nochmal eine Wegerklärung, dann 20 Minuten nach dem abgemachten Termin, der Besuch.

 

Ich lasse die vier Hunde, die nach den Vorgesprächen in Frage kommen, mit uns auf den Hundeplatz. Da dürfen sie auch den Border Senior der Familie kennen lernen. Das ist für alle unsere Hunde kein Problem. Sie sind gewohnt, dass da immer mal wieder jemand kommt. Er wird beschnuppert und nach kurzem sogar zum Spiel aufgefordert. Während dem mir die Dame immer wieder versucht zu zeigen, wie gut erzogen ihr Hund ist. Dass er auf mich verschüchtert wirkt, mit kein bisschen Eigeninitiative, dass er eher traurig wirkt, ändert sich in dem Moment, wo einer meiner Hunde einen herumliegenden Ball ins Spiel bringt. Da ist nur noch der Ball wichtig, wird auch vor den anderen verteidigt und der Senior ist nicht mehr ansprechbar. Ich rufe die Neueste in unserer Gruppe zu mir, sie soll den Ball bringen. Was sie auch brav macht. Das neu gelernte Tip tap macht sie eifrig, da ja das Leckerli bereits fein duftet :-)

 

Sofort muss Senior zu der Meisterin, und da wird demonstriert, was er denn alles kann. "sie sind ja so gelehrig". Ahaa.

Der männliche Teil des Paares, nicht mehr ganz jung, gibt sich eher desinteressiert. Nach einer halben Stunde kommt dann die Frage " Was haben sie sonst noch?" Wohlverstanden, die inzwischen schon etwas müden Hunde, sind mega toll. Ich hätte eher das Problem, welchen möchten wir gern als Familienmitglied. Hallo, bin ich ein Staubsauger Verkäufer?  Welches Modell gibt es noch? Für mich waren die Würfel schon gefallen als dann noch versucht wurde, mir klar zu machen, dass ein Hund auf keinen Fall auf das Polster darf, dass da auch mit härteren MItteln "erzogen"wird.

 

Kalt gefroren gehe ich mit allen Hunden ins Haus, mache mir ein Feuerchen im Cheminee und sie liegen gemütlich verteilt herum.... ja, vier davon mit mir auf der Polstergruppe :-)

 

Die Mitteilung vier Tage später auf dem TA, dass ihr Mann "sehr skeptisch gegenüber dieser Sache" sei, dass sie jetzt doch lieber einen Welpen nehmen würden, ( sie sind beide über 70 ), nahm mir die unangenehme Absage ab.

Vielleicht sieht man aus diesem Beispiel, eines von vielen, dass seriöse Heimat Suche für Hunde, für Borders, ein sehr langer, aufwändiger Job ist. Bei mir steht, wenn ich die interessierten Adoptanten treffe, immer die Frage im Vordergrund, könnte sich dieser bestimmte Hund da wohl fühlen. Wird er als Hund wahrgenommen, spüre ich da Sympathie oder sogar Zuneigung.

 

Wenn Burglinde, Evi und jetzt noch Friederike endlich wieder zur Ruhe gekommen sind, freuen wir uns ganz fest auf den Frühling.

 

Ich wünsche euch eine schöne Zeit, geniesst eure pelzigen Freunde.

Herzlichst, Anïta und Gang

27. Februar 2017

Pierre fand, dass das Wochenende für ihn streng war. War ich doch am Samstag den ganzen Tag weg, und da der tolle Kurs in Gretzenbach stattfand, musste ich früh los. Ich hatte fünf unserer Hunde bei mir und besuchte den Schafkurs, von Inge organisiert und von Hanni Windisch durchgeführt. Beim betreten des Stalles, wo ca. 20 Schafe friedlich vor sich hin mahlten, war es mir schon wohl. Hanni gab ganz kurz Verhaltelsregeln durch, damit wir die Schafe nicht stressen. Dann brachte sie uns die "trockene" Theorie der Schafhaltung so lebendig und mit Herz rüber, dass, hätte ich noch keine Schafe, ich mich bemühen würde, welche zu kaufen :-)

 

Sofort gingen wir über zur Praxis. Hanni zeigte uns das "Klauen" auf die herkömmliche Art und mit dem neuen Klauenstand. Immer wieder betonte sie den anständigen Umgang mit dem Schaf, seinem Wesen und  seinen Eigenarten. Uuuuups, nicht genug dass wir bewundernd ihrem flinken arbeiten zuschauen durften, nein Frauen, jetzt seit ihr dran. Jeder "durfte" einem Schaf die Klauen schneiden, unter ihren wachsamen, und wenn nötig, korrigierenden, aber sehr netten Anweisungen. Den Umgang mit der Schleifmaschine werde ich erst nach einem weiteren Tag mit Hanni ins Auge fassen, da fühle ich mich noch zu unsicher.

 

Die Kaffeepause, die so viele Kursleiter sich auch als Schnaufpause für sich gönnen, zeigte Hanni, mit dem Kaffe in der Hand, die Stalleinteilung, erzählte über das Klima im Stall  und über einzelne Schafe.

 

Ein wichtiges Thema, die Stallapotheke, das Entwurmen und das ausfüllen der Begleitdokumente.

 

Die mitgebrachten Hunde durften auf einen kleinen Bisi Rundggang und dann fuhren wir zu Hanni nach Hause zum MIttagessen. Von der Schafhalterin, der Farmerin, zu der perfekten Gastgeberin, so könnte man die Verwandlung von Hanni beschreiben :-) Ein feiner Salat mit gemischtem Gemüse, Spaghetti und eine gemütlich Atmosphäre, lockere Gespräche..... wollen wir nicht noch ein wenig bleiben?

 

Ursi erzählt von ihrere Arbeit als Osteopathin und legt uns das Aufwärmen und das Cooldown, sehr sympathisch und nicht schulmeisterisch, ganz fest ans Herz. Etwas das jeder weiss, aber fast keiner macht !!!

 

So,  Kaffee austrinken, den feinen Kuchen von Inge unter den Arm geklemmt und auf zur Weide. Bei den ca. 40 Jungschafen zeigte uns Hanni, wie man effizient "umhagen" kann. Man merkt, dass bei ihrem Betrieb mit 150 Mutterschafen, jeder Handgriff sitzt. Wir stehen mit unseren Hunden da und schauen ihr zu, wie sie ein Schaf aus der Herde einfängt. Respektvoll, ohne Stress für die Schafe und mit Hilfe ihres Hundes. Dass wir das bewundern, lässt sie kalt, sie verlangt umgehend von jedem von uns, das Gleiche zu tun. Ausgesehen hat es sehr einfach :-) :-)

 

Vielleicht lest ihr meine Begeisterung, es war eines vom Besten was ich in letzter Zeit gemacht habe. Ganz ganz herzlichen Dank Hanni, und auch Inge für die Organisation, Ich werde mich vordrängen, wenn es zum nächsten Kurs bei euch geht.

Die Teilnehmerinnen (wie immer an solchen Weiterbildungen nur Frauen), waren sehr nett, aufmerksam und es blieb trotz Arbeit, immer wieder Zeit zum lachen :-) Danke auch euch, ich hoffe, wir sehen uns am nächsten Kurs.

Und ja...... ich finde, dass jeder der mit seinem Hund an den Schafen arbeiten möchte, zwingend so einen Kurs besuchen muss.

 

So, das war mein Samstag. Vom Sonntag, von meinem Besuch bei der Border Collie GV, berichte ich euch später. Die Hunde stehen schon bei den Leinen und finden, die zweite Gruppe müsse jetzt unbedingt raus, die Sonne scheint :-)

26. Februar 2017

so, wie versprochen noch den Bericht zu meinem Sonntag. Da die beiden frisch kastrierten bei mir liegen, und ihre Narkose ausschlafen, bin ich fast genötigt, auch etwas ruhig zu sitzen :-)

 

Am Sonntag fuhr ich bereits um viertel nach sieben Richtung Bern. Nachdem die Hunde gefrühstückt hatten, ihr Bisi gemacht und Pierre die letzten Anweisungen bekommen hatte.

 

Meinen zmorge nahm ich während der Fahrt auf der fast Menschenleeren Autobahn. Pünktlich um viertel nach neun konnte ich die paar mir bekannten Gesichter im Gasthof Schönbühl begrüssen. Die von Marion geführte GV liess mich, eigentlich zum ersten Mal, voll bewusst werden, dass wir aus zwei verschiedenen Lagern kommen. Obwohl die Faszination Border Collie eigentlich unser gemeinsames Interesse ist, sind wir Aeonen weit voneinander entfernt. Während die Interessen des Clubs vor allem die Zucht, Hunde mit Papieren, das Ankören und die Wesenstests sind, während sie versuchen, den Bestimmungen des SKG Folge zu leisten, liegt unser Interesse  im auffangen und stützen der Hunde, die durch falsche Haltung ein unglückliches Leben führen. Ob diese Hunde nun Abstammungspapiere haben oder nicht, interessiert uns wenig. Obwohl wir natürlich auch solche Hunde bei uns aufnehmen. Denn jeder Züchter versichert, dass er seine Kunden sehr genau prüft und aussucht. Wie kann es dann sein, dass wir vom Vet. Amt erst grad kurz einen Hund aufnahmen, der in der Stadt im dritten Stock hauste? Ein Border Collie mit Papieren. Beide Besitzer arbeiten ganztags ausserhalb, aber man geht drei mal die Woche joggen. Wundert es einem da, wenn der junge Hund ausflippt, auffällig wird, Kinder schnappt und die Mitbewohner  den Tierschutz rufen?

 

Die meisten Hunde die wir aufnehmen, sind entweder durch das Vet. Amt oder von Tierärzten oder Kliniken. Das Argument, dass jeder Züchter seine Hunde zurücknimmt, wenn es nicht geht, lass ich nicht gelten. Zu oft schon haben wir bei Züchtern rückgefragt, aus deren Zucht wir einen Hund aufnahmen. "Nein, ich kann ihn nicht nehmen, ich habe grad einen Wurf", "nein, ich bin selber nicht gesund, und grad am umziehen." "Nein, ich bin grad in Trennung und kann keinen Hund mehr aufnehmen."

 

Für Hundebesitzer die Hilfe suchen, vor allem für solche Hunde, ist Border Homeless da. Dank dem grosszügigen Anwesen, das wir vor zwei Jahren erwerben konnten, haben wir genug Platz. Mit den zwei Teilzeitangestellten haben wir auch genug Kapazität, allen Hunden gerecht zu werden. ( Das für diejenigen, die glauben man könne ja 20 Hunden gar nicht gerecht werden :-)

 

Dass der Border Collie Club uns nicht finaziell unterstützt, schreibe ich vor allem den verschiedenen Ansichten zu. Aus eigenem Antrieb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, beim BC um Unterstützung nachzufragen. Es war der BC selber, der mich anwies, doch einen Antrag auf die nächste GV zu schreiben.

 

Es entlastet uns aber auch, dass wir uns nicht für die Border MIschlinge entschuldigen müssen. Klar ist, dass viele Hunde die wir bei uns aufnehmen, mit gewaltigen Schäden zu uns kommen. Sie haben ja gut gemeinte aber selten gut gemachte Erziehungsversuche durch Menschen hinter sich. Dadurch gibt es auch Hunde, die sehr lange brauchen, bis wir die richtigen Menschen für sie finden, bei denen sie dann Vertrauen und ein Border gerechtes Leben haben können. Das liess sogar Besserwisser dazu hinreissen, zu äussern, dass wir unsere Hunde gar nicht abgeben wollen. Ja, es gibt welche, bei denen man den Absturz bereits voraus sehen kann. Die bleiben dann halt bei uns. Einem tauben, authistischen Border ein einigermassen gutes Leben zu bieten, verlangt mehr als ein Bettli und Futter. Vor allem ist es kein Hund, mit dem man mit Siegen brillieren kann. Aber es ist ein Hund, der ungewollt in diese Welt gesetzt wurde, ja, bestimmt nicht mit Abstammungspapieren gezüchtet, und daher für gewisse Ansichten auch nicht Existenz berechtigt.

 

Wir werden Border Homeless bleiben, eine Auffangstation und Tierheim für gestrandete, für Hunde, die nur zur Ruhe kommen müssen, etwas Hilfe und Erziehung brauchen, um dann in Neuen Familien ihr Glück zu finden.

 

Wenn Menschen uns unterstützen ist das nie für uns, sondern immer und zu 100% für Platz suchende Hunde. Mit jeder finanziellen Hilfe ermöglicht ihr es, dass wir einem solchen Hund einen temporären Platz mehr bei uns anbieten können.

Erst etwas enttäuscht über die Voten, aber bereits auf der Autobahn spürte ich Entlastung und begrüsste Todmüde aber glücklich unsere meist Papierlosen, wunderbaren Border Collies.

Januar 2017

 

Der Unterschied von einem Tierheim zu uns ist aber enorm. Wir haben Border Collies und Border Mixe die meist nicht abgegeben wurden, nur weil die Lebenssituation sich verändert hat. Die Hunde werden bei uns abgegeben, weil man mit ihnen nicht mehr zurecht kam, weil ihr angeborenes Wesen mehr fordert, als die meisten nicht Border Halter sich vorstellen können. Sie waren das "Baby" bis sie Erwachsen wurden und eben den Anspruch stellten, dass man sie als Hunde anerkennt und führen kann. Das geht leider nicht, wenn der Hund den ganzen Tag allein zu Hause warten muss, weil die Menschen ganztags arbeiten. Auch wenn die Nachbarin den Hund über Mittag schnell raus lässt, oder gar die Kinder angewiesen sind, mit dem Hund ein Bisi zu machen. Auch wenn ich das auch mit allen anderen Rassen fragwürdig finde, mit Border geht das schon gar nicht.

Die Hunde, die zu uns kommen, wurden zum Teil beschlagnahmt, weil die Haltung nicht stimmte oder weil gesetzeswidrige Vorfälle waren. Auch Hunde, die bei einem Tierarzt zum Einschläfern abgegeben wurden, sind nicht die dankbaren Kuscheltiere, die Mensch sich wünscht.

Trotz allem: Es sind wunderbare Hunde, die nach der richtigen Erziehung und Erkennung ihrer Rassenansprüche, unglaublich gute und arbeitswillige Partner werden. Dem voran geht aber viel Arbeit, der Wille, den Hund zu verstehen und viel Zeit. Richtige Auslastung gepaart mit der nötigen Ruhe, gegenseitiges Verstehen und Respekt..... all das müssen unsere "Gäste" erst lernen. Das Umerziehen fordert mehr, als das Bearbeiten von Rohdiamanten. Dass das Zeit braucht, lässt ab und zu Leute zu Äusserungen hinreissen, dass wir "unsere" Hunde gar nicht abgeben wollen.

Ich versichere euch, dem ist nicht so. Ich bin um jeden Hund froh, der ein sich entsprechendes zu Hause bekommen hat. Aber wir geben keine Hunde in Hände, wo wir von Anfang an sehen, dass die Voraussetzungen nicht stimmen.

Argumente wie "ich möchte halt einen Hund zum kuscheln" sind Aussagen, die selten zu einer Adption führen. Auch wenn der ausgelastete, richtig erkannte Border absolut ein Kuschelhund sein kann, so hat er doch rassetypische Ansprüche. Wenn die nicht erfüllt werden, kann aus dem Kuschler sehr schnell wieder ein Beisser, ein Jäger oder ein aufsässiger Terrorbrocken werden.

Wir lernen die Hunde sehr gut kennen, in der Zeit, in der wir intensiv mit ihnen arbeiten. Ehemalige Leinenrüppler können bei zu wenig Führung sehr schnell wieder in das alte Muster fallen. Auch Ball und Stöckchen Junkies, Auto-, Velo- und Jogger-Jäger werden sehr schnell wieder zu dem, wenn man uns nicht glaubt, dass diese Spiele beim Border kontraproduktiv sind.

Ich möchte jeden bitten, der sich einen Border Collie anschaffen möchte, sich mittels Bücher und Border-Besitzern zu informieren, und nicht alles in den Wind schlagen, was nicht ins eigene Denken passt. Wenn man dann das Gefühl hat, dass man einem  Border Collie ein gutes Leben bieten kann, dann freue ich mich über jede Anfrage. Wie ich schon des öfteren schrieb, wir haben nicht alle Hunde auf der Homepage, die ein zu Hause brauchen.

Ich verstehe absolut, dass man ein Bild sehen möchte, bevor man sich für einen Hund interessiert. Es ist nur so, dass die schönen Bilder nicht das vermitteln, was wirklich ist. Ein sehr hübscher, ansprechender Hund kann die ultimative Herausforderung sein, genauso wie ein nicht so toll aussehender Hund, die absolute Erfüllung und der Traumpartner sein kann. So ist es immer gut, mit uns Kontakt aufzunehmen, nach zu fragen (da wir auch Hunde vermitteln, die noch bei ihren Besitzern leben, bis wir einen Platz gefunden haben), und dann können wir gern Infos und Bilder schicken.

Auch ein Besuch bei uns, wo man sich vor Ort ein Bild machen kann, kann sehr hilfreich sein. Man sieht dann auch die Hunde, die aus diversen Gründen bei uns im Refugium bleiben, nicht vermittelbar sind, und versteht dann vielleicht etwas besser,  warum der besondere Border auch besondere Menschen braucht :-)

Kaum haben wir die reine 2016 Agenda angefangen, schreiben wir schon das Jahr 2017. Kein Wunder, dass ich unsere Hunde oft jünger in meinem "Speicher" habe, als sie wirklich sind :-)

Ich wende mich heute mit einem ganz grossen Anliegen an euch:

Wir wenden sehr viel Zeit auf für Menschen, die einen Hund von uns adoptieren möchten. Es fällt immer mehr auf, dass viele Menschen ein sehr gutes Herz, einen sehr guten Willen haben. Beim Telefonkontakt höre ich oft das Argument "jaja, wir hatten schon einen Hund aus dem Tierheim, der war sehr lieb". Ich glaube das, ich weiss auch, dass es so sein kann.

Noch ganz schnell etwas im Oktober

... bevor er am Montag in den November übergeht.

Wir bei BH hatten einen exrem strengen Herbst. Es sind nicht mal die Ferienhunde, da habe ich ja nie mehr als drei aufs mal. Vielmehr sind es die extrem Nervenaufreibenden Kontakte. Man sucht einen Platz für einen Border Mix, aus familiären Gründen sofort und ganz dringend.....dann stellt sich heraus, dass schon seit 5 Monaten versucht wird den Hund loszuwerden. Erst über Ebay, dann über verschiedene Tierheime und zu guter Letzt beim Tierarzt. Und auf diesem Weg kommt er dann zu uns.

weiterlesen...

Jemand holt sich unüberlegt und schusselig einen Hund, einen Hund, der wohlverstanden Rassekenntnisse voraussetzt, weiss dann nach zwei Tagen !!!! dass man ihn nicht haben kann--- greift Kinder an, der Mann will ihn weghaben----. ( das mit den Kindern stellt sich als haltlos heraus)

Standhaft wie ich mir vorgenommen habe zu sein, nehme ich den Hund nicht, biete aber an, ihn über die HP auszuschreiben. Ich habe die ewigen Lügen, die Versprechungen, so satt. Er ist im Facebook, wilde Geschichten..... und als dann der Anruf kommt, dass, wenn ich ihn nicht nehme der Mann ihn morgen ins Tierheim bringt, kommt er zu uns.

Mit noch drei unkastrierten Rüden die in diesem Moment bei uns wohnten, eine sehr explosive Situation. Danke Frauke, für deinen Einsatz. Erstens für die chemische Kastration, zum zweiten für das Pflegeplatz Angebot. Die Abgeberin hat zwar hoch und heilig versprochen, die Hälfte der Kastrationskosten zu übernehmen, will jetzt aber einfach nichts mehr davon wissen.

So bezahlen wir von Border Homeless Rechnungen, die im Grunde nicht zu uns gehören.

Apropos Rechnungen: ich möchte noch einmal ganz klar stellen, dass von den 25 Hunden die im Moment bei uns leben, dreizehn unsere eigenen sind. Auch wenn es ehemalige Homelesses waren, in dem Moment, wo wir sie adoptieren, gehören sie zur Familie, und dafür kommen wir aus unseren eigenen MItteln auf.

Alle Spendengelder, werden AUSSCHLIESSLICH für die Border Homeless Hunde, die entweder in der Vermittlung oder aber im Refugium sind, weil sie nicht vermittelbar sind, verwendet. Es wird also nie jemand auch nur einen Franken an unsere private Hundehaltung spenden, sondern ganz allein für die Hunde, die, bevor man sie vermitteln kann, einiges an Geld kosten für ihre Resozialisierung, Tierarzt, Abklärungen, Therapien usw. Und es ist sicher keine Überraschung, dass auch wir als Tierheim, Hundesteuer bezahlen.

Wir haben nicht mal BH Geld verwendet, um die vielen Kilometer die wir dafür fahren, zu bezahlen. Wir sind Border Homeless, es ist unsere Lebensaufgabe, unsere Berufung. Und dafür stehen wir mit unserem ganzen Sein ein.

Wir schreiben rote Zahlen. Sollte aber je ein Überschuss entstehen, werden wir Spender ab 100.- Fr. anfragen, ob sie einverstanden sind, wenn wir mit dem "zuviel" eine andere Tierhilfsorga unterstützen, von denen wir inzwischen ein paar persönlich kennen.

Die vielen Stunden, die ich am Telefon verbringe, die vielen Besucher die wir empfangen und die dann Resultatlos verlaufen........ glaubt mir, ich kann mir anderes vorstellen. Trotzdem, wenn ich einen wirklich guten Platz finden will für einen Hund, ist das unumgänglich. Ich will die Neuen Besitzer kennen lernen, spüren, will sehen, wie der Hund reagiert, wie sie mit ihm umgehen. Ich will auch hören, wie die Lebenssituationen sind, wie  man die Betreuung aufteilt usw.

Wir besuchen unsere ehemaligen sporadisch. Oftmals hören wir nur bei solchen Besuchen, dass es doch das eine oder andere Problem gibt, dass wir doch mit einem Rat oder mit Material helfen können. Auch haben wir von solchen Besuchen schon Hunde wieder zurück genommen. Am Telefon klang alles gut, und dann bei näherem hinsehen.....

Ja, auch das ist Border Homeless :-) Es sind nicht nur Hunde wie Perrine, oder Menschen die uninformiert daher plappern, die mir oft meinen Schlaf rauben.

Im Moment haben sich die grossen Wellen etwas geglättet und wir segeln in ruhigem Wasser. Mit dem nötigen Wind, um nicht faul zu werden, aber doch so, dass wir das Ruder in der Hand behalten :-)

Auch wenn meine Dankeskarten oftmal lange dauern, sie kommen immer von Herzen. Denn ohne die Hilfe von Tierfreundlichen Menschen, Menschen, die unser tun verstehen und unterstützen, ohne solche könnten wir nicht so vielen Hunden helfen, ein Gutes, ein Hundegerechtes Heim zu finden.

Den tief empfundenen Dank bekomme ich in Form von dankbaren Augen, in Form von Hunden, die zeigen, dass es ihnen bei uns wohl ist. Wenn sie auf dem Spaziergang jauchzen vor Freude, wenn sie strahlend zurückkommen wenn ich sie rufe, wenn sie sich am Abend an uns kuscheln und seelig seufzend in tiefen Schlaf fallen......dann weiss ich, dass es richtig ist so.

Ich versuche jetzt mal, diesen wunderbaren Dank an euch weiter zu geben.

Wir alle von Border Homeless und im besonderen ich, wünschen euch einen schönen Herbst

Anïta, Team und die Borders

P.S. Vielleicht  gibt es den einen oder anderen, der noch nicht gehört hat, dass die Neuen, sehr schönen Border Kalender da sind. Es sind fast alles Bilder, von ehemals Homeless Hunden, die jetzt in einem tollen Daheim leben. Es gibt die Kalender in drei Ausführungen. A4 hoch für 25.- Fr. , A3 Quer für 30.- Fr. ( nur noch ganz wenige Exemplare ) und Panorama, mit über 50 Border Bildern, für 60.- Fr. ( nur noch 6 Stück )

Der kleine Verdienst (nur wenn alle Kalender verkauft sind), geht in die Border Homeless Kasse.

September 2016

Schon ist es so weit. Der neue Tag begrüsst uns nicht mehr um fünf Uhr mit strahlender Sonne. Dunkel, Wolken verhängt und mit nassen Strassen, ist das Aufstehen schon einiges schwieriger. Die schönen Farben des Herbstes machen es ein bisschen leichter :-) Entschuldigung, ich wollte gar nicht philosophisch werden :-)

Vielmehr rufe ich ein bisschen um HIlfe, Hilfe für die vielen Hunde, die ein Neues Daheim suchen. Auch wenn ich mich langsam aus der Vermittlung raus nehmen möchte, bin ich doch darauf angewiesen, dass ich euch hier, in diesem Portal, anschreiben darf. An was es liegt, wage ich schon gar nicht mehr zu fragen, aber es ist eine Tatsache, dass immer mehr Borders ein zu Hause suchen. Fast immer höre ich die sich ähnelnden Geschichten. Die Menschen arbeiten Ganztags, Hund ist allein zu Hause. Wird über Mittag  schnell von den Kindern oder Nachbarn raus gelassen. Das arme Tier langweilt sich, stellt alles Mögliche an, wird bestraft und eignet sich die wahnsinnigsten Verhaltensstörungen an. Ich kann im Moment solche Hunde leider nicht mehr bei uns aufnehmen, weil ich gegenüber unserem bestehenden Rudel Verantwortung habe. 10% gestörte Hunde können wir tragen, mehr ist aber nicht drin :-(

Sie bleiben in ihrem angestammten zu Hause, dürfen aber hier bei uns vorgestellt werden. Wir bemühen uns, mit allen uns möglichen Mitteln, dass sie möglichst bald in ihr Neues Heim einziehen können.

Border Homeless ist auf euch angewiesen, auf Menschen, die gewillt sind, mit einem Hund zu arbeiten, der nicht wie ein Plüschtier eingesperrt warten möchte, bis er an der Schleppleine einen Spaziergang machen darf.

Alle Hunde, die bei uns ein Zwischen Daheim finden, sei es vom Veterinäramt, von Tierärzten oder von Privat, haben einen Rucksack, den auszupacken sie eure Hilfe brauchen.

Ich kann euch aber versichern, es lohnt sich auf jeden Fall. Denn die Arbeit, die man zusammen bewältigt, schweisst zusammen und lässt eine Freundschaft entstehen, die mit nichts zu vergleichen ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Été Indien, mit vielen fröhlichen Momenten und eventuell einem Platz für einen Neuen Freund.

Kradolf, Juli 2016

Sommerzeit... Ferienzeit!

Dass das im Tierschutz die strengste Zeit ist, wissen wir ja schon über Jahre, aber ich glaube, das 2016 stellt alles vorangegangene in den Schatten:-( Nicht nur dass wir so viele Hunde aufgenommen haben wie noch nie, bieten wir ab diesem Jahr ja auch noch Ferienplätze an). Ich finanziere damit natürlich die Nothunde, Futter und TA. Gut durchdacht, wie ich meinte.

Wir nehmen nie mehr als drei Hunde miteinander, da auch unser Rudel sein Wohlgefühl behalten soll. Also haben wir einen zusätzlichen Auslauf gemacht, wo wir auch mal 3-4 Hunde abtrennen können, dazu haben wir ja noch die zwei grossen Ausläufe und den Border Raum. Im Notfall auch unseren grossen Garten. Wir liessen uns rechtlich beraten, was in den Ferienvertrag rein muss. Jeder Hund der zu uns kommen möchte (oder muss), muss vorher einen Nachmittag oder besser noch eine Nacht mit uns verbringen. Dann können wir absehen, ob das klappt und ob er sich auch wohlfühlen kann.

Mit ein paar Ferienhunden haben wir ja bereits Erfahrungen und ich wurde ein bisschen übermütig. Ein Arbeitskollege von Pierre hat eine Österreichische Brake, Als er anfragte und mit den Bedingungen einverstanden war, kam "Baraque" für ein Weekend zum Probewohnen. Baraque wird jagdlich geführt, sein Meister ist ein Jäger, der mit dem Hund "Nachtreiben" macht. " Er ist immer an der Schleppleine, man kann ihn nicht freilassen". Das wäre ja noch das eine gewesen. Aber der unkastrierte Bub hatte nur die Weiber im Kopf und liess keine zur Ruhe kommen. Spitzer als Nachbars Lumpi hatte er nur das eine im Sinn. So bat ich Pierre, dass er am Nachmittag Baraques Meister anrufen muss, dass er ihn gleich wieder abholt. Geht so leider gar nicht. Wir haben kurz diskutiert und der Mann war entschlossen, Baraque kastrieren zu lassen. Man habe ihm davon abgeraten, weil..... all die Argumente die wir ja kennen. Da ich mir nicht anmasse, irgendwem drein zu reden, riet ich ihm zum Gespräch mit dem Tierarzt. Er rief mich einen Tag später an und sagte, dass sie Baraque mal chemisch kastrieren würden, da die Praxis die nächsten 10 Tage voll ausgebucht sei. Nun gut, dann können wir es ja versuchen. Baraque kam...und gleichentags wurde Qujila läufig. Unerwartet , aber nun ja. Das Problem war, dass Leechie, Camino und Theo auch unkastriert sind. So hatte ich ziemlich logistische Arbeit, die Frauen da, die Buben an einem anderen Ort. Aufteilen zum laufen gehen ist ja noch einfach, da ich alle kastrierten Rüden mit den Mädchen mitnehmen kann. Mit Baraque kann ich eh nur noch einen zusätzlich mitnehmen, da er dermassen zieht, dass ich ihn nur am Bauchgurt halten kann :-( Zuhause kann er sein wo es ist, er bellt !! Er ist ruhig wenn er frisst, oder wenn ich etwas mit ihm mache, oder wenn wir auf dem Laufweg sind. Sonst bellt bellt bellt er

Ich muss mich extrem bemühen, dass ich unseren anderen Hunde gerecht werde, Baraque gibt mir so viel Arbeit, wie sechs andere. Ich muss mir immer sagen, dass er ja nichts dafür kann, dass er nicht sozialisiert ist, dass er mit jedem im Rudel aneckt, dass ich ihn nicht in den grossen Garten nehmen kann, weil er die Katzen jagt ( und ich denke, auch töten würde).

Am Rand der Verzweiflung wurde mir bewusst, dass alles auch als Aufgabe angesehen werden kann, dass ich selbst von Baraque etwas lernen kann. Da die schnellere Abgabe zu dem Sohn nicht wie abgemacht stattfinden konnte, raufen wir uns jetzt zusammen. Immerhin markiert er nicht mehr im Wohnzimmer, immerhin ist er in der Nacht ab 23 Uhr bis ca. 5.30 still :-) Er hört nicht auf seinen Namen ( vermutlich betone ich falsch;-), und schon gar nicht, kommt er zurück.

Geschickt wie ich manchmal bin, habe ich das Tor nicht schnell genug geschlossen ( weil ich gar nicht mit einem Angriff gerechnet habe), und Baraque war weg. Erst lief ich ihm hinterher,  natürlich rufend. Wie wir das ja aus dem Verhaltens Studium wissen ;-) Dann drehte ich um und holte das Auto. Sonja wollte grad das Velo holen, als wir ihn im Maisfeld bellen hörten. Ich rannte " was gisch was häsch" nach Hause und holte, einem Geistesblitz folgend, die läufige Qujila. Mit ihr rannten wir zum Platz, wo wir vermuteten, er könne da auftauchen. Als wir grad aufgeben wollten, sahen wir ihn, wie er auf Qujilas Spur sich uns näherte. Weder wir noch die Würstli interessierten ihn, nur die Dame seiner Wahl.

So konnten wir ihn packen und heimbringen, sodass das Schwimmen im Bodensee für uns und ein paar andere Hunde, doch noch stattfinden konnte.

August 2016

Nun gut, das mit dem geniessen wenn viele weg sind, das ist halt so, wie im richtigen Leben :-) Veterinäramt, Tierklinik, platzierte Freunde besuchen... Hilferuf aus Deutschland... ja wirklich sehr dringend, es geht um ein Leben! So kam Pearl an dem Freitag zu uns, wo Pierre am Samstag früh dann losfuhr. Pearl, der Pony Hund, ist eine Seele eines Wesens. Sie  ist unendlich lieb, kann rein gar nichts...

Sogar das spazieren im Gras war für sie eine Offenbarung. Inzwischen lernt sie schnell schweizer deutsch, versucht zu machen, was sie verstanden hat und macht ihre Geschäfte schon draussen. Zum essen geht sie in die Box, weil sie sonst in Lichtgeschwindigkeit alle Näpfe inhalieren würde. Für das erobern des Esstisches erwartet sie Lob, denn es ist nicht so einfach, so ganz ohne Muskeln da rauf zu springen :-) Sie übt das auch noch auf der Küchenkombination.;-)  Ihre Neugierde, ihr Tatendrang und ihr Ultra liebes Wesen, machen es mir leicht, sie gern zu haben. Das anfängliche an den Pfoten rumbeissen und das kratzen des ganzen Körpers, hat sich schon fast auf Null reduziert. Die zweifachen Honig Bäder und die Hilfe von spagyrischem Spray, kombiniert mit der Futterumstellung, taten das ihrige.

Balkenmäher mieten, vom Anhänger wuchten, Gras schneiden, heuen, wenden, schwitzen, Mädli machen....... Landwirt sein ist Knochenarbeit :-)

Beduine, ist nach zwei gescheiterten Platzierungsversuchen nun auch wieder bei uns. Sie findet es selbstvertändlich, dass ihre Ferien nun vorbei sind und sie bei uns wieder Platzwart sein darf :-)

Mit Trainings, mit Hundeschule, mit Velofahren und schwimmen im See verflogen die 10 Tage im nichts.

Benji macht riesig Fortschritte und hat sich in der Unentbehrlichen - Skala nach ganz vorne gearbeitet. Wohlverstanden, nicht geschmuggelt, sondern gearbeitet. Es bedeutete für ihn viel Beherrschung, viel Kooperativität und viel Geduld, draussen der Hund zu werden, den ich mir wünsche. Nach zwei Spazierversuchen mit jemand anderem ( nicht ganz fremd), kam er jeweils allein wieder heim. Er zeigt sehr deutlich, was IHM wichtig ist  :-) Jetzt darf er sich das auch erlauben, er ist ein toller Begleiter, für alles zu begeistern und in jedem Moment führbar.

Sonja udn ich haben das erste Mal die Hundeschule im Sommer nicht unterbrochen. Wir liessen es einfach weiter laufen, weil wir das endlich einsetzende schöne Wetter nutzen wollten. Es blieb uns aber doch noch ein wenig Zeit, um zwei Fremd Kurse, ZOS und Spiel und Sport zu besuchen. Der eine Kurs für uns und die Hunde ganz toll, lustig lehrreich, der zweite leider eine Voll Niete. Wenigstens hatten die Hunde ein wenig Spass. Die Kursleiterin war zwar immer gut vorbereitet, leider fehlt ihr das Wissen um die Lernwege eines Hundes und auch um den Umgang mit Erwachsenen. Nun gut, gelernt habe ich bestimmt auch da etwas.... so will ich es nie machen.

Der ganz tolle Vormittag mit Andre, anlässlich eines Fotoshootings, war Erholung pur. Andre ist absolut empfehlenswert. Professionell, geduldig und lustig.... mit wunderbaren Resultaten :-) Es lohnt sich ihn kennen zu lernen.

1. Juli 2016

So, es ist geschafft. der Leiter für höhere Berufsbildung hat mein Diplom mit einer Note von 5.5 bestätigt. Ich habe grosse Freude, diesen Schritt geschafft zu haben. Unser Abschluss war am Freitag, 1. Juli 2016.

In Form einer Bergwanderung (haha, Wanderung ist ja herzig ausgedrückt), kletterten wir ab dem Laui Parkplatz in Richtung Säntis...

Zum Glück habe ich drei Hunde mitgenommen, ohne die wäre ich umgedreht. Benji, Stella und als einzige "eigene", Juwel. Benji und Stella wollte ich mitnehmen, weil sie unbedingt sozialisierung mit Menschen brauchen und auch, weil sie am wenigsten sonst "specials" haben. Juwel musste einfach mit, weil sie zu mir gehört, wie das Amen zum Gebet. Even, Chevara, Jupee und Shiva, für die wäre es zu streng gewesen. Auch Fighter hätte vermutlich zu kämpfen gehabt. Perrine, obwohl sie riesige Fortschritte macht, ist mir noch zu wenig zuverlässig. Die Kleinen, Leechie und Quijla, dürfen sonst sehr viel Aussergewöhnliches. Nardo und Lya, als Gehörlose in den Alpen? Caminos Bein wollte ich das nicht zumuten. Mouvie hätte ich sehr gern dabei gehabt, aber es hätte meine volle Aufmerksamkeit erfordert, dass sie niemanden frisst ;-) Giando, Havanna, Beduine und Maybe dürfen ein nächstes Mal mit.

Ihr seht, es fällt mir immer schwer, für solche Besonderheiten eine Auswahl zu treffen. Aber ich habe sie richtig getroffen. Die drei Hunde genossen es, in den Quellaustritten ihre Füsse zu kühlen. Der Schweiss lief uns in die Augen, während wir keuchend über das Geröll stiegen. In der Hoffnung, dass die gesichtete Alp unser Ziel sei, mobilisierten wir neue Kräfte. Weit gefehlt. Noch steiler, noch weiter, sogar im Schnee waren wir :-(

Nun gut, wir erreichten die kleine AlpKäserei, von wo die Produkte nur mit dem Pferd ins Tal gebracht werden können. Es ist ungaublich, auf wie kleinem Raum und mit wie wenig "Zubehör" und Komfort, zwei Menschen da oben leben können. Ich staune! Ich für meinen Teil weiss dass ich das weder könnte noch will !

Der Abstieg war dann weit weniger anstrengend und man konnte sogar ein paar Worte wechseln. ( Beim Aufstieg kämpfte jeder um Sauerstoff:-) Den Hunden hat es gefallen, trotzdem fielen sie, nachdem wir unser Magnesium genommen hatten, in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Mein ganzes Gestell nahm mir aber Samstag doch übel, dass nach den 10 Tagen Gras schneiden, Gras laden, buckeln und entsorgen, nochmal schneiden und heuen, nun noch das folgen musste. Hilfe, ich werde alt :-)

Ich danke Sonja und Pierre ganz herzlich für ihre Hilfe. Sonja hat jeweils am frühen Freitag morgen meinen Job übernommen, für die Hunde und die kleine Farm geschaut, Pierre hat dann am Nachmittag übernommen. Ohne die beiden wäre es für mich nicht möglich gewesen, die vielen Unterrichtsstunden, die Hausaufgaben und die Prüfungen zu machen. Ganz ganz dicken Dank. Wenn ich jeweils am Freitag Abend heim kam, war bei mir Ende Feuer. Es reichte grad noch, die Hundis zu füttern, den Schafen und den Rössli ein Bettmümpfeli zu geben, die Hühnchen und die Hasen ins Bett zu bringen......und aus die Maus :-) Eines grossen Teils bin ich froh, dass ich fertig bin mit der Schule, aber ein anderer Teil in mir, wird die tollen Menschen, die ich dadurch kennen lernte, vermissen. Es war eine intensive, sehr lehrreiche Zeit. Ich habe noch grössere Achtung vor unserer Landwirtschaft, vor der Arbeit unserer Bauern. Wir alle können ihr Überleben beeinflussen, indem wir ihre Produkte kaufen. Regional und Saisonal. Achtet gut darauf, wo ihr euer Fleisch kauft, nicht billig ist wichtig, sondern dass es die Tiere wenigstens in ihrem kurzen Leben gut hatten. Dass sie nicht mit Antibiotika und quälerischer Massenhaltung leben mussten. Und auch da..... Weniger ist mehr !

In Zukunft werde ich mich wieder meiner Berufung, der physischen und psychischen Pflege der Hunde widmen können. Ich bin wieder zu 150 % und mit Freude für sie da.

Bitte bleibt uns treu und unterstützt uns weiter, die Hunde danken es Tausendfach. Wir wünschen euch einen wunderschönen Sommer, und für alle die weg gehen, schöne Ferien. Es ist so schön zu spüren, dass es zu Hause halt doch am schönsten ist :-)

Perrine, das Wesen der Dritten Art

Im Frühjahr 2015 kam Perrine durch eine kompetente Hundetrainerin zu uns. Untragbar, therapieresistent, unfolgsam und mit Kindern nicht zu führen. Sie zeigte sich als verhaltensauffällig, was das Benehmen anderen Hunden gegenüber, ihrer ruhelosen Art, das Verhalten Menschen gegenüber und ihrem absoluten fehlen des "Will to please" betraf. Sie durfte erst mal ankommen, alles kennen lernen und dann fing ich an, von ihr zu verlangen. Wenn ich sie von einer unerwünschten Tätigkeit abrufen wollte (z.B. auf der Küchenkombination rum zu marschieren, das Büsi zu jagen oder andere Hunde zu bedrohen), zeigte sie mir kalt die Mittelkralle...

... sie schaute mich zwar jedesmal an, wenn ich, nach dem dritten Mal, laut genug meinen Wunsch äusserte, machte aber sofort ungerührt weiter.... Ich gehe mit all unseren Hunden zusätzlich in auswärtige Hundeschulen, damit sie fremde Menschen, fremde Plätze und fremde Hunde kennen lernen. Da ist Perrine jeweils furchtbar überfordert. Sie möchte am liebsten in meinen Hosensack kriechen. Spielen mit anderen Hunden ist fast nicht möglich. Zuhause ist sie die Dominanz in Person. Sie bedroht andere Hunde, packt auch mal zu und sieht nie, dass sie durch ihr Verhalten Aerger auslöst.

Da ich nicht ein ausgesprochener Border Anfänger bin, haben wir alles Bekannte ausprobiert. Ich habe mir auch Hilfe einer Verhaltenstherapeutin zugezogen. Mit dem Resultat, dass sie uns riet, entweder medikamentös Perrines Verhalten zu unterdrücken, oder......... Alles Varianten, die für mich nicht zur Diskussion standen.

Perrine ist wohl nicht einfach, trotzdem dachten wir damals noch, dass es ihr an einem Einzelplatz vielleicht besser geht. ( obwohl wir absolut von der Mehrhundehaltung überzeugt sind).  Zwei Platzierungsversuche gingen kläglich daneben. Perrine gibt sich unnahbar und auch wenn man denkt, das schafft man schon, stellt sie einem vor fast unlösbare Aufgaben. Täglich neue;-)

Inzwischen ist Perrine beim Spazieren ein Wunschhund. Aber leider nur da. Sie lässt Jogger, Walker, Velofahrer und andere Hunde in Ruhe, sie ist gut und sofort abrufbar und läuft gut am Fahrrad mit.

Sie kann schon gut im Auto mitfahren, ohne dass alle anderen Verkehrsteilnehmer von ihr lauthals zusammengeschissen werden.

Zuhause aber ist sie frech und respektlos. Wenn ich sie rufe, ist sie taub, wenn sie nach dem dritten rufen kommt, ich ihr sage, was sie nicht darf, schaut sie mich lieb an. Kaum drehe ich aber den Rücken, macht sie genau das weiter, was ja noch nicht beendet war. Sie kläfft in den höchsten Tönen, wenn ich zu den Hühnern oder den Schafen gehe. Ich habe angefangen, sie während diesen Arbeiten, in eine Box zu tun und die Türe zuzumachen. Damit nicht unsere Nachbarn den Tierschutz rufen, weil sie denken, dass wir Perrine misshandeln. Sie springt wie eine Irre aufs Fenstersims, egal wie dreckig sie grad ist, um nach den Hasen zu schauen. Ich rufe "Perrine runter". Das macht sie sofort, um nach einer eleganten Drehung wieder nach oben zu schleudern.

Ich habe alles versucht. Geduld...warten...belohnen beim kleinsten kooperativen Verhalten... ignorieren... ausrufen... ablenken.......

Ich habe Perrine medizinisch abklären lassen, nein, sie hat keinen Tumor und auch sonst ist sie gesund und Schmerzfrei.

Eine Freundin von mir, die einen Abend bei uns hütete, riet mir dringend, Perrine so schnell wie möglich " weg zu geben".

Mein Trainer, mit dem ich mein Hütetraining zu optimiren versuche, sagte, dass aus ihr an Schafen nichts werden kann. Sie hat zwar ein gutes Auge, sie ist aufmerksam (den Schafen gegenüber) und schnell, nur.....sie will alles allein machen, was ihr passt. Und nur sie entscheidet. Sie scheucht die Schafe in rasantem Tempo da hin, wo sie sie haben will. Sie braucht weder meine Kommandos, noch meine Ideen und schon gar nicht mein Einmischen. Der Gehorsam, in mühsamer  Kleinarbeit erarbeitet, ist in der Situation mit Schafen längst vergessen.

Wenn ich mit ihr allein auf unserem Platz arbeite, Gymnystik, Agi Aufbau, longieren, Unterordnung, Kopfbeschäftigung, wenn wir im Wald spuren oder ZOS machen, kann sie sich kurz konzentrieren. Dann keimt in mir die Hoffnung, dass wir es schaffen.

Nun, es ist nicht mein Kopf, nicht mein Verstand, sondern mein Herz, dass Perrine noch bei uns ist.

Wenn sie sich in der Nacht, die anderen Hunde die schon da liegen völlig ignorierend, auf mein Bett schleicht und sich an mich kuschelt, wenn sie mir sagt, dass sie doch eine Gute ist und alles richtig macht, dann bete ich, dass ich endlich den Weg zu ihr finde. Dass ich endlich ihre Sprache spreche und sie zu einem einigermassen Gesellschaftstauglichen Hund erziehen kann. Ein Hund, der die anderen nicht dauernd unterdrücken muss, der nicht nur auf Provokation aus ist.

Es ist ja nicht so, dass wir nur diesen einen Hund haben. Jeder der zu uns kommt, bringt seine Baustellen und Anforderungen mit, jeder verdient meine Zeit und meine Aufmerksamkeit. Jeder verdient auch, dass er sich bei uns sicher fühlen darf, dass er nicht attakiert und bedroht wird. So muss Perrine,  bei all dem vielen das sie schon gut gemacht hat, noch ganz viel mehr dazu lernen.

Ich hoffe fest, dass ich und meine Nerven alt genug werden, um das zu erreichen.

Das ist unsere Arbeit, unsere Berufung. Das ist Border Homeless.

Quo vadis, Borde Homeless?

Kradolf, Mail 2016

Ich habe einen schönen Text von Philip Alsen gelesen.  Viele seiner Aussagen kann ich einfach so unterschreiben. Das Erstaunen der Menschen, dass es möglich ist, mit einem Hunderudel zu leben. Die lustigen Fragen der Spaziergänger. :-)

"Oh, sind sie ein Tierheim?" Ja, im weitesten Sinne schon, aber nicht so, wie man es landläufig kennt.

"Sie sind sicher Züchter, sind die alle verwandt?" Nein, auch wenn sie sich alle ähnlich sind, da sie zur selben Rasse gehören, es ist keiner mit dem anderen nah verwandt.

"Haben die alle einen Namen?" Welche Frage, aber logisch. Wir haben ja auch alle einen Namen. Und dass ich die Namen alle weiss, dass auch die Hunde ihren Namen kennen, das erstaunt in grossem Masse...

... es zeigt mir immer wieder, wie wenig man eigentlich von und über Hunde weiss. In den Köpfen vieler Nicht Hundehalter ( auch zum Teil  Einzel Hundehalter) ist es immer noch ein "Ding", etwas das beissen kann, etwas das man streng führen muss, etwas das gefährlich sein kann. Etwas, das zum Vergnügen der Besitzer da zu sein hat, wenn der dann grad Zeit hat. Viele Fragen und Äusserungen bringen mich aber auch zum Nachdenken...zum Überdenken....zum In-Frage-stellen meiner eigenen Motivationen.

Die ursprüngliche Idee die zur Gründung von Border Homeless geführt hat, war, dass wir Hunde aufnehmen, die nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz bleiben können. Border Collies oder deren Mixe. Hunde die übers Vet. Amt vermittelt werden müssen, Hunde, die über Tierärzte oder Kliniken zu uns kommen, Hunde, die in Tierheimen leiden, weil auch ein sehr gutes Tierheim einem Border Collie nicht gerecht werden kann. Wir suchten gute Plätze, für die Hunde, die wir für stark genug hielten, dass sie in einem Neuen Leben Fuss fassen können. Aber wie es im Leben so ist, wir leben unsere Bestimmung und das Schicksal macht seinen eigenen Weg.

Es gab immer mehr Hunde, die durch ihre Vorgeschichte nicht "einfach" weiter vermittelt werden konnten. Weil auch ich nur an die Menschen ran sehe und nicht in sie hinein, ist es extrem schwierig abzuschätzen, ob gerade dieser Hund bei diesem Menschen ein gutes, Hundegerechtes Leben haben darf. Und das war ja unser Ziel, unser einziger Wunsch.

Denn all die Hunde die bei uns "landen", haben bereits einen mehr oder minder grossen Rucksack, brauchen also Einfühlungsvermögen (nicht verhätscheln), brauchen Auslastung (nicht überbespassen), brauchen ein zu Hause (nicht eingesperrt und überbehütet sein). Ich weiss, das sind hohe Ansprüche. Wir haben die Menschen, bei denen wir Hunde hingaben, sehr sorgfältig und kritisch ausgesucht. Nicht mit langen Fragebogen (Papier ist ja so was von geduldig), sondern in persönlichen Gesprächen, in gegenseitigem Kennen lernen, auch mit dem Hund.

TROTZDEM: Wir hatten Vermittlungen wo alles toll klang, und es ging dann schief. "Sina" habe ich nach langen Gesprächen und Versprechungen seinerseits, bei einem jungen Mann platziert. Die ersten Rückfragen von unserer Seite haben sehr positiv geklungen, und dann musste ich erfahren, dass er trotz Vertrag den Hund an eine Drittperson weiter gegeben hat. Er hat Sina vernachlässigt, seine eigenen psychischen Probleme haben ihn zu sehr besetzt. Wir haben Kontakt mit dem Neuen Besitzer, trotzdem: hätte ich sie nur nicht weg gegeben! :-(

"Ihr könnt ja nicht alle behalten", das sind die Aussagen von Mitmenschen, die sehr wohl Recht haben----  "Monti" haben wir nach langen Gesprächen und Besuch bei uns, mit gutem Gefühl platziert. Beim dritten Anruf meinerseits habe ich gespürt, dass da etwas schief läuft, ich fuhr ins Berner Oberland und habe Monti kurzerhand wieder heim geholt. Es war da nicht nur etwas, das schief lief. Es stimmte so ziemlich gar nichts mehr :-( Die Dame hat dann allen Ernstes die Platzierungsgebühr zurück verlangt, obwohl es in keiner Weise ein Fehler des Hundes war. Und nein, sie hat sich nicht geschämt.

"Aika", die ich auf Betteln des Neuen Besitzers doch platzierte, wider mein Gefühl, wurde herum geschoben.

Ich will hier niemanden mit Negativem langweilen. Ich versuche nur, zu erklären, warum dieses ganze Vermitteln sehr belastend sein kann. Natürlich habe ich ganz viele positive, tolle Plätze gefunden. Danke euch allen, die ihr einen Hund von uns aufgenommen habt, der jetzt ein gutes Leben haben darf.

Ja, die guten Plätze überwiegen bei weitem. Trotzdem, jeder falsch platzierte Hund ist eine Seele, die durch mein falsches handeln in einer erneuten Miss Situation sein muss.

Das ist der Grund, warum wir das ganze Geschäfts Prinzip von Border Homeless umgestalten. Wir werden Hunde, die bei uns sind, nicht mehr auf die Homepage stellen. Wir sind kein Onlineshop. Ich stelle sie auch nie ins FB. Wenn jemand einem Hund aus zweiter, dritter oder fünfter Hand ein Neues zu Hause geben möchte, kann er sich telefonisch bei uns melden. Wir können erzählen, wer einen Platz sucht und wir können einen kennenlern Termin abmachen.

Hunde die mit einem grossen Manko zu uns kommen, werden gar nicht mehr vermittelt. Wenn sie es schaffen, sich so einzuleben, dass ihr "Schaden" auch kaum mehr sichtbar ist, so heisst das noch lange nicht, dass er nicht mehr vorhanden ist. Oft schon kam nach einer Vermittlung die ursprüngliche Beschädigung wieder zu Tage und bereitete Probleme. (Den neuen Besitzern und vor allem dem Hund). So bleiben Hunde die gelernt haben, sich mit den Zähnen allem zu widersetzen( Mouvie), Hunde die starke körperliche Verletzungen hatten(Camino), Hunde mit psychischen Störungen und starkem Fehlverhalten (Lya, Perrine), Benji (falsch geprägt) oder auch sehr alte Hunde, die endlich gelandet sind, bei uns.

So wird aus Border Homeless mehr ein Border Endless Home. Nach wie vor nehmen wir Hunde vom Vet. Amt, von Tierärzten oder Kliniken auf. Weiter vermitteln tun wir sie nur, wenn ein Hund auf einen Menschen zu geht und zeigt, dass er mit diesem Menschen gern leben würde.

 

Wozu dann noch die Rubrik "Zuhause gesucht?"

 

in diesem Abschnitt darf man ( Border) Hunde vorstellen, die bei ihren Besitzern bleiben, bis man für sie einen Platz gefunden hat. Das kostet je nach Aufwand zwischen 50.- und 80.- Franken, je nachdem, ob als Kontakt der Besitzer direkt oder Border Homeless angegeben wird. Für Mitglieder vom Border Collie Club ist das gratis.

 

Eine kurze Beschreibung des Hundes, seine Vorlieben und evt. Probleme, und ein Foto. Das wird während eines Monats eingestellt, länger nach Absprache. Bedingung: Meldung an uns, wenn der Hund einen Platz gefunden hat.

 

Auch wenn wir der Einfachheit halber von unserem Rudel sprechen, so ist das nicht ganz richtig. Ein Rudel ist eine Hunde Familie, die alle miteinander verwandt sind. Wir sind aber eine Hundegruppe, verbunden nur durch unser gemeinsames Leben.

Jeder der bei uns einzieht, muss sich also einordnen, die Regeln kennen lernen und Anstand leben. Das an sich ist schon ein grosser Anspruch und ich bin stolz auf unsere Hunde, die das so klar und souverän handhaben. Sie haben neben dem grossen Anspruch, sozial und anständig zu sein, natürlich auch viele Vorteile.

Sie haben immer jemand, der bereit ist, den ausgedachten Quatsch mitzumachen, durch die Gegend zu rasen und Geschwindigkeitsspiele auszutragen oder im Körbchen gemeinsam zu kuscheln. Wenn ich mal ausrufe, schauen sie sich an und sind sich einig, dass es sie bestimmt nicht betrifft :-) Die Spaziergänge sind nie langweilg, weil ich nicht wie viele Hundehalter, mit meinen Stöpseln im Ohr, andersweitig besetzt bin. Ich muss immer aufmerksam sein und wie eine Kindergärtnerin, alles voraus sehen. Ich nehme die Stimmungen der einzelnen Hunde auf und spiele damit. Will er beschäftigt sein mit Such Aufgaben, will er mit den anderen rennen oder einfach nur für sich Zeitung lesen.

"Was machen sie, wenn die zusammen abhauen?" "Die hauen nicht ab". "Aber was machen sie, wenn sie jetzt trotzdem abhauen?" " Dann rufe ich sie zu mir".

Diese Art Diskusionen zeigen mir, dass die Menschen sich gar nicht vorstellen können, dass unsere Hunde keine Sklaven sind, sondern dass wir gemeinsam eine Gruppe sind, die gern zusammen ist. Ich liebe es, mit meinen Hunden zusammen zu sein, mit und von ihnen zu lernen, sie zu beobachten und wenn nötig eine Leitplanke zu geben.

Klar geben viele Hunde auch viel Arbeit, klar machen sie viel mehr DReck als nur ein Hund, klar kosten sie viel Geld, klar schränken sie auch meine übrigen Freizeit Aktivitäten stark ein. Denn neben bewegen, beschäftigen, Körper- und Gesundheitspflege, neben putzen, Bettli waschen, füttern und Administrativen, bleibt nicht viel Zeit übrig.

Wenn ich früher Aussagen hörte, die behaupteten, dass wir Hunde sammeln, rechtfertigte ich mich, widersprach und stellte richtig. Das brauche ich nicht mehr. Denn ganz so falsch ist die Aussage gar nicht. Wir sammeln Seelen, die nicht mehr gewollt, die vernachlässigt oder entsorgt werden sollen. Wir geben ihnen ein zu Hause, einen Ort, wo sie erwünscht und geliebt sind. So ganz nach unserem Motto: VERTRAUEN - HEIMAT - ZUKUNFT.

Dass wir auch dieses Projekt nicht ohne eure Hilfe aufrecht erhalen können, liegt auf der Hand. Ein Hund kostet uns im Jahr zwischen 2500.-- bis 3000.- Franken, das heisst im Monat ca. 250.- Da wir das nicht mit Hundeschule und Ferienhunde abdecken können, sind wir unendlich dankbar für die grossartigen Unterstützungen von eurer Seite. Danke Robyn für die vielen tollen Ideen inkl. Trinkgeldkässeli, Judith, Bea, Familie Vickus,Inge, für deinen monatlichen Einsatz, Gabriela, Frau Andres, Jäger Stiftung, Arlette und Maya Wagner, Sandy, Regula, Border Collie Club, Tina und Lexi, Barbara und ganz viele mehr, die ich  hier nicht Namtlich erwähnt habe. Natürlich auch an Pierre, der einen grossen Teil seines Lohns in uns investiert. Ich kann euch allen versichern, jeder Franken ist gut angelegt. In glückliche, gesunde Hunde, von denen schon viele ohne eure Hilfe im Hundehimmel wären. Ich schicke euch den Blick aus dankbaren Augen, sie alle leben gern.

Werden wir oder unsere Hunde überfordert?

Kradolf im April 2016

Als ich vor kurzem einen interessanten Bericht teilte, in dem die Überforderung unserer Hunde das Thema war, bekam ich eine vorwurfsvolle Antwort. Unverstanden, dass ausgerechnet ich so einen Bericht teilte. Zum ersten muss ich sagen " lies genau", und zum zweiten finde ich immer, ist es lehrreich, auch andere Meinungen zu hören, zu lesen und sich Gedanken zu machen. Aber zurück zu diesem Bericht. Der Schreiber macht nicht Agility per se schlecht. Sondern die Haltung, wie wir Menschen damit umgehen.

Es geht nur noch um "schnell", darum, vermeintlich der Beste zu sein. Es geht  leider sehr oft, nicht mehr um mit dem Hund etwas zu machen, sondern nur noch darum, das eigene Ego zu bestätigen. Oft sehe ich, dass ein Hund nach einem nicht so geglückten Lauf, bestraft, sogar geschlagen, und mit Schimpfworten ins Auto geschmissen wird :-(

Ich höre dann oft als Argument "er macht das halt so gern". Die meisten unserer Hunde machen das auch gern. Aber überlegt euch mal, ob ein wild kläffender, fast durchdrehender Hund, wirklich Spass daran hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei vielen eine klare Überforderung ist, ein nicht umgehen können mit ihren Trieben. Der Schalter im Kopf kippt und ein Denken ist gar nicht mehr möglich. ( Balljunkies)

Das ist aber nicht nur im Agility so, sondern auch bei anderen Wettbewerben, (Flyball, Fresbee, Hunderennen, Zugsport usw.)

Leinenagression, Dauerbellen, unverträglichkeit gegenüber anderen Hunden.... Das ist das eine. Das andere sind die vielen Trainings der gleichen Disziplin. Hunde, die erst den Slalom so und so oft machen müssen, um ihr Futter zu bekommen. Hunde die mit Futterentzug gestraft werden, weil sie vermeintlich etwas falsch gemacht haben. Dafür rennen wir aber zum Hundpsychologen, weil wir nicht verstehen, dass Hund uns mitteilen will, dass er einfach gern mal Hund sein möchte. Wir holen uns in Foren "Ratschläge", "Hilfe mein Hund knurrt". Haben wir immer noch nicht verstanden, dass knurren und bellen Arteigene Kommunikationsäusserungen sind ? Es ist auch Mode und voll hipp, dass man in die Physio muss, zum Chiropraktiker, zur Bioresonanz und weiss was alles noch. Man ist ein besonders guter Hundehalter, wenn man einen Hundecoach engagiert, einen privaten Hundetrainer. Ich wage jetzt daran zu zweifeln, wie Fachkräftig viele dieser Leute sind.

Wenn man einen kleinen Moment inne halten könnte bei der Jagd nach Punkten, mit seinem Hund einen gemütlichen Spaziergang mit eingebauten Gymnastikübungen machen würde.... wenn wenn wenn.

Erlaubt mir den kleinen Abschwenker zu Kindern.

Ich habe drei Enkelkinder. Dass ich unseren Sohn toll finde,liegt in der Natur der Sache:-) Dass ich aber unsere Schiegertochter bewundere, ist nicht so selbstredend. Tu ich aber. Sie macht das ganz toll. Sie schaut auf eine gesunde Ernährung der KInder, darauf, dass sie Gspänli haben, dass sie gefördert werden, dass sie täglich spüren, dass ihre Eltern sie bewundern und unterstützen. Trotz allem, wenn ich das Programm der KInder anschaue, wird mir fast schlecht. Neben der Schule gehen sie ins Turnen, körperliche Ausgeglichenheit. Am Montag hat die Mittlere Musikunterricht, musische Schulung. Am Dienstag hat sie Judo, der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper ist wichtig. Am Mittwoch darf sie Reitunterricht haben, wenn da nicht grad Geburtstagseinladungen von Schulkameraden sind. Und da ist es ja nicht mehr so, dass man einfach ein paar Kinder zu sich einlädt, draussen verstecken oder Fangis spielt. Nein nein, da darf man mit ins Alpamare, in den Europa Park, in den Zirkus oder ähnliches. Donnerstag hat man länger Schule, denn da muss man noch für eine Aufführung üben. Der "Kleine" geht ins Fusballtraining. Und am Wochenende sind da Einladungen, wo man auch mit darf. Der Soziale Kontakt ist wichtig. Wenn ich Lou mal abhole, stehen da die Mamis vor der Schule, mit den grossen Autos, zeigen ungeduldig auf die Uhr, weil noch so viel Programm zu bewältigen ist. Ballett, Voltige, Lernstudio, Schwimmen usw.

Ich weiss nicht, ob ihr meinen Gedankensprung versteht. Ich sehe viele Parallelen zu unserer modernen Hundehaltung.

Ich weiss, ich bin nicht mehr die dynamische Generation, ich weiss, dass die Welt sich dreht und vieles ändert, soll sie ja auch. Sollen wir aber zulassen, dass es sich zum schlechteren ändert? Ist es nicht so, dass wir aus Liebe zu unseren Hunden einen Schritt zurück gehen, sie wieder Hunde sein lassen sollten. Mit Spass und mit Sport, aber nicht als Sportgeräte, sondern aus Freude, gemeinsam etwas zu machen. Etwas das beiden gut tut und keinem schadet?

Es geht in keinem Fall um "Gut" oder "schlecht". Es geht mir nur darum, sich ein wenig Gedanken zu machen.

Ich habe die Hundehaltung und das Verständnis dieser Wesen nicht erfunden. Ich bin auch nicht die einzige, die weiss, wie es geht.Ich habe aber doch sehr viel Erfahrung und sehr viele gedankliche Auseinandersetzung hinter mir. Viele Hunde die bei uns ein und aus gehen.  Ich habe das im Studium erlernte nicht einfach hingenommen, sondern mich damit auseinandergesetzt und versucht, es zu bestätigen, zu erweitern oder zu verwerfen.

In diesem Sinne habe ich die drei Berichte im fb toll gefunden, und geteilt.

Ich wünsche euch viel Freude mit euren Hunden und natürlich, dass der Frühling bald ein freundliches Gesicht macht.

Hundestory Wettbewerb

Im Mai 2016

 

Mit dieser kleinen Geschichte, die Piro seinem Gotti schrieb, habe ich den Hundestory Wettbewerb gewonnen. Unsere Hunde freuen sich über ein Gudeli Paket im Wert von 100 Euro.

Liebes Gotti Anni

 

herzlichen Dank für deine beiden Karten und die guten Wünsche für das neue Jahr.

Ich habe mich sehr gefreut etwas von dir zu hören. Zuerst stellte ich mich etwas dumm, bis Anita uns einen Zwieback gab, da wusste ich natürlich sofort...

 

... von wem die Karte ist. Es tut mir leid, dass du Schmerzen hast. Ich weiss zwar nicht genau wie das ist, aber Anita hat ein besorgtes Gesicht gemacht und mir erklärt, das sei so, wie bei mir letzten Dienstag. Wir waren am Montag in der Frauenfelder Allmend mit vielen anderen Hundefreunden. Wir haben noch andere Rudel getroffen. Ich sage dir, das war ein Fest. Wir sind um die Wette gerannt, haben gerammelt, uns gegenseitig in den Pfützen (die im Moment ja nicht wenig sind) nassgespritzt. Bei allem musste ich natürlich immer noch auf unser Kleinkind Chevara aufpassen. Die hat manchmal ein recht freches Maul gegen andere und zählt dann auf mich, dass ich sie wieder rausreisse. Also, wir hatten ein Riesenfez. Ich konnte mich kaum mehr auf den Beinen halten am Abend. Und dann am anderen Morgen konnte ich fast nicht aufstehen. Mein linkes Bein tat saumäßig weh. Anita hat ein bisschen gelacht und gesagt, das sei Muskelkater. Sie hat es massiert mit so Kräuteröl, und als Pierre sagte, dass ich glaub besser zu Hause bleiben soll mit diesen Schmerzen, tat es grad nicht mehr weh und ich konnte wieder gehen. Also, Anita hat gesagt, dass du so ähnliche, aber noch viel stärkere Schmerzen hast. Vielleicht musst du dich auch mal von ihr mit diesen stinkenden Kräutern massieren lassen.

 

Nach Weihnachten (weisst du, das Fest mit dem Baum in der Stube, war lustig), waren wir im Tessin. Anita und Ajenga hatten da zwei Tage Wettkampf. Sie wollte uns eigentlich nicht mitnehmen, aber Pierre hat gesagt, das sei unfair. Wir hätten alle Ferien und somit  können wir auch en Famille weggehen. Sie hatte ein bisschen Bedenken wegen dem Hotel. Wir haben es ihr dann aber gezeigt und uns vorbildlich benommen. Obwohl das Wetter recht Scheiße (sorry) war. Es hat geschneit, gehudelt und die Pfützen waren sehr gross und tief.

 

Ich habe jetzt die Rudelführung ganz übernommen und bin ein bisschen überrascht, wie gut die anderen auf mich hören. Ja, als wir dann vom Tessin heimkamen, hat Anita den komischen Apparat beim Telefon, aus dem Stimmen kommen, abgehört. Sie hat Pierre ziemlich aufgeregt erzählt, dass Peter ein Problem habe. Interessierte mich natürlich auch. Bei Peter und Denise ist Kira , eine meiner Schwestern, in der Familie. Stell dir vor, sie wollen sie einfach nicht mehr. Sie haben seit ein paar Monaten ein neues Haus und ein Menschenbaby. Jetzt sagen sie, Kira sei nicht mehr auszuhalten. Sie verbelle Besucher dauernd, höre gar nicht mehr auf, stehe in der Wohnung, hechle und zittere, zerfetze Vorhänge, zerkratze Terassentüre und Bodenbeläge, haue ab beim spazieren, beisse andere Hunde und belle fremde Menschen an. Anita und Pierre haben besprochen, was man notfallmässig am 30. Dezember machen könne. Ja, was wohl?  Kira kam zu uns.

 

Die ersten zwei Tage waren streng, da sie gar nicht zur Ruhe kam. Aber jetzt geht es schon prima. Pierre , an dem sie sehr hängt, nimmt sich ihrer an. Er erarbeitet ihr Selbstvertrauen und ein wenig ihre Sicherheit. Natürlich brauchen sie dazu meine Hilfe. Ich fühle mich gut, wenn ich helfen kann. Auch die anderen drei tun natürlich das ihre dazu, dass sie sich wohl fühlt. Pierre hat gesagt, wir behalten sie sicher zwei Wochen, um einem eventuell neuen Besitzer sagen zu können, wie sie ist. Er hat auch gesagt, wenn wir nicht schon vier wären, würde er sie behalten. Dann haben sie uns, einem nach dem andern, lange angeschaut. Es war mir nicht mehr ganz wohl, ich konnte nicht herausfinden, was genau sie denken. Vorsichtshalber bin ich gleich zu Pierre gegangen, habe mich an ihn geschmiegt und ihm ein Baci gegeben. Nur dass er ja nicht auf dumme Gedanken kommt.

 

Heute war eine Frau da, die für Zeitungen schreibt. Sie hat ein Interview mit Anita gemacht und ich habe gehört, dass sie eine Geschichte über Ajenga schreiben will. „Von der Mülltonne aufs Siegerpodest“. Ich schicke dir das dann auch gell? Pierre hat geschmunzelt und gesagt, Ajenga habe eine richtige „Tellerwäscherkarriere“ gemacht, dann haben alle gelacht. Ich fühle mich wohl, wenn sie lachen, auch wenn ich nicht genau weiss, warum. Ich wasche auch gern Teller, bekomme aber immer Tadel, wenn ich erwischt werde. Von Karriere kann dann jeweils nicht die Rede sein. Na, egal. Anita sagt immer, man muss gar nicht alles verstehen, Hauptsache, man lässt die anderen leben.

 

Seit Anita nun endgültig keine Schule mehr gibt und nur noch in der Praxis arbeitet, ist bei uns alles fröhlicher geworden. Wir alle haben mehr Zeit zum mal gemeinsam durchhängen. Am tollsten finden wir alle fünf das „Sunntigmörgele“. Da macht Pierre Kaffee, den die beiden dann im Bett trinken. Wir liegen alle auf dem Bett, dösen, und hören dem Geplauder der beiden zu. Das ist uuuuuschön. Machst du das auch? Wer liegt dann auf deiner Bettdecke? Wenn du möchtest, kann ich dich mal besuchen und dir zeigen, wie ich das mache.

 

Anita sagt immer, ich sei ein „Genussspecht“.

 

So, liebes Gotti, jetzt hab ich grad das Zauberwörtli „spazieren“ gehört. Es schifft zwar in Strömen, aber ich möchte doch nichts verpassen.

 

Ich grüsse dich mit einem liebevollen „Wau“ und freue mich, wenn du endlich mal zu uns kommst. Vergiss dann bitte die Zwieback nicht, gell ?

 

Auch an deinen Harry ein Wau Wau und Anita ruft grad, von Herzen ein gutes Neues Jahr. Gesundheit, Freude, Freunde, Glück und viele Schweineohren und feine Knochen, ähhh, die letzen beiden haben Menschen glaub nicht so gern, oder ? Jedenfalls wünschen wir dir und Harry alles was ihr gern habt.

Tschüüüsss und bis bald.

Dein Piro

Für Maja, Evelyn und Andi

15. März 2016

Liebe Maja, liebe Evelyn und lieber Andi. Es gibt keine Worte, um das auszudrücken, was ich euch sagen möchte. Es tut uns aufrichtig und tief in der Seele weh, ihr musstet Arlette heute gehen lassen. Noch ist es unfassbar. Wir drücken euch unser tief empfundenes Beileid aus.

Zugleich aber unsere grosse Bewunderung für eure Liebe, eure Unterstützung, euer Hoffen und Bangen, mit dem ihr Arlette jetzt mer als ein halbes Jahr begleitet habt. Sie weiss, dass sie getragen ist und konnte so, in Liebe, ihren nächsten Weg antreten.

Kradolf, Anfang Februar 2016

Ich fass es kaum, wie die Zeit davon rennt. Viel Aktivitäten bei uns in Kradolf. Gestern hatte Benji Besuch von seiner früheren Familie. Obwohl er nun schon einen rechten Moment bei uns ist und wir ihm versprochen haben, dass er bei uns bleiben darf, war er enorm gestresst. Er hat sich riesig gefreut, seine Leute wieder zu sehen. Er war aber zugleich immer hin und hergerissen. Immer wieder kam er zu mir gelaufen, wie um zu...... zu fragen, ob es o.k. ist, dass er sich freut. Er gab für mich den Ausschlag, dass ich keine Besuche von Menschen mehr möchte, die ihren Hund abgegeben haben...

Benji verstand nicht, was da abging. Auch roch er bestimmt, dass da bereits ein neuer Hund in der Familie ist. Er wäre auch mitgegangen, als die sich zum Aufbruch bereit machten. War er doch fünf Jahre lang in dieser Familie. Nachher war er aber umso anhänglicher und liess mich keine Sekunde aus den Augen. Er musste sich auf meine Knie legen, um sicher zu gehen, dass ich bleibe. Es drückt mir jeweils schon fast das Herz ab, wenn ein Hund abgebeben wird, weil er ja nicht, weiss, was er denn falsch gemacht hat. Da müssen wir das nicht mit Besuchen nochmal durchmachen.

- Wir haben in der Vermittlung die tolle Hündin "Shila". Sie ist kein wirklicher Border, das wäre jetzt eben ein toller Familienhund. Sie hat grosse Freude, wenn sie auf dem Spaziergang ist, gehorcht schon ganz leidlich und ist eine fröhliche Natur. Mit ihren 7 Monaten weiss sie schon recht gut, wie das Leben läuft :-) Im Haus ist sie sauebr und sehr ruhig.

- Ein ganz feiner, 6 Monate junger Rüde aus Arbeitslinie. Er ist brav, relativ ruhig und hat grosses Interesse an Schafen.

- Eine 2 jährige, reinrassige Border Hündin sucht ebenfalls ein neues zu Hause. Sie ist sehr arbeitswillig, eher als Einzelhund oder höchstens zu zweit.

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum sie nicht unter "Wir suchen ein zu Hause" aufgeführt sind. Das hat den einfachen Grund, dass, wenn ich die Hunde mit Foto auf der "wir suchen"-Seite habe, ich ganz viele Telefonanrufe habe, mit Aussagen, die nichts mit einer Vermittlung zu tun haben.

So möchte ich lieber, wenn ihr Konkret einen Hund sucht, dass ihr bei uns anruft, einen Termin abmacht und vorbei kommt. So könnt ihr die Hunde ( und wir euch ) kurz kennen lernen. Bei dieser Art der Vermittlung habe ich, im Gegensatz zu den Inseraten, noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Wir möchten wirklich für die Hunde, die bei uns Zwischenstation machen, den besten "für immer" Platz. Denn das verdienen sie alle.

Revan, der Grosse, ist seit gestern in den Probeferien. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass die Menschen seine wunderbare Seele erkennen und ihm gerecht werden.

Wenn ich im Internet die vielen Tierschutzorgas sehe, die um Unterstützung bitten, die vielen traurigen Bilder der armen Hunde, Pferde, die im Moment in Irland im Schlamm versinken und dringend Futter brauchen.... wenn ich das alles sehe, habe ich echt Hemmungen, wenn ihr Border Homeless unterstützt. Unsere Hunde haben es gut, sie bekommen ihr Futter. Aber ohne eure Unterstützung können wir nicht so vielen helfen, ich muss viel früher Stopp sagen und die Augen und das Herz verschliessen. Manchmal weiss ich selber nicht, was richtig ist. Doch, bis ich es weiss, werde ich weiter dafür kämpfen, dass wir die Hunde vom Vet. Amt, von Tierärzten und von Tierkliniken aufnehmen können. Wir möchten ihnen eine zweite Chance ermöglichen, denn alle sind ohne eigenes Verschulden "Homeless" geworden.

Wir alle, unsere Mitarbeiter, unsere Hunde und vor allem ich, sagen euch ein  herzliches Dankeschön für eure tolle Hilfe

14. Dezember 2015

Mit dem Jahr, das langsam seinem Ende zugeht, möchte ich ein riesiges, von Herzen kommendes Dankeschön sagen. Danke an alle, die uns unterstützen, in welcher Form auch immer. Danke auch an alle, die zwar die Notwendigkeit unseres Projektes nicht ganz einsehen, aber wenigstens nicht negativ darüber reden :-)

Es ist mir ein Anliegen, dass alle, die uns finanziell unterstützen, auch sehen können, was mit ihrem Geld gemacht wird. Ich stelle da keine Jahresabrechnung ein, wer das aber gern sehen möchte, darf sich bei mir melden ... das gespendete Geld kommt ausschliesslich den "Nothunden", ihrer Gesundheitspflege, Ihren Therapien, ihrem Futter und ihrer Unterbringung zugute. Wir führen eine getrennte Buchhaltung, und das Geld das unsere eigenen Hunde brauchen, ist nur von uns finanziert.

Ich mache mir ja immer wieder Gedanken, wie Border Homeless weiter gehen soll. Immer öfter bekommen wir Hunde, die aus diversen Gründen nicht mehr weiter platziert werden können. Nach einer längeren Zeit bei uns, in der wir sie gut kennen lernen, versuchen herauszufinden, welche Menschen doch noch passen könnten, kommt der Tag, wo wir ihnen die Gewissheit geben möchten, dass sie bleiben dürfen. Dass sie nicht mehr wechseln müssen. Wir haben gelernt, dass ein Hund dann endlich diese Sicherheit braucht, dass er seine Familie gefunden hat, dass er nicht mehr weg muss. Wir machen es uns nicht leicht, denn ich bin um jeden freien Platz froh, nichts desto Trotz aber steht bei uns immer das Wohl des betreffenden Hundes im Vordergrund. Auf diese Weise entseht bei Border Homeless so eine Art Refugium, ein "Ruhe Heim", wo die Hunde gelandet sind und bleiben dürfen. Hunde, die wir aus miserablen Bedingungen abholten, oft viele Kilometer weit fahren ( und Stunden investieren, mit Aemtern und Tierärzten Kontakt haben) um sie zu befreien. MIt allen ihren individuellen Schäden und Angewohnheiten. Dank dem vielen Platz, den wir hier im Thurgau haben, können sie in der Gruppe leben, aber auch ausweichen und ihre Rückzugsmöglichkeiten  finden.

Das Leben in der Gruppe stellt an ihre Sozialkompetenz grosse Anforderungen, sie lernen, mit Artgenossen umzugehen, ihren Platz zu finden und zu behalten. Natürlich beinhaltet das manchmal auch Stress, aber auch damit umzugehen, ist ein wertvoller Lernprozess in ihrem Leben.

Das Geld, das ihr spendet, ist also auch für solche Hunde, die Dank euch, bei uns ein bleibendes Daheim gefunden haben. Es ermöglicht uns auch, mal kurzfristig Hunde aufzunehmen, deren Besitzer unverschuldet in Not gerieten, und noch keine Lösung für ihren 4beinigen Freund haben.( Spitalaufenthalt, Arbeitslosigkeit,Verlust der Wohnung ). Diese Hunde können wir nicht im " Ferientarif" abrechnen, weil da ja meist auch das Geld fehlt. Wir versuchen für sie so schnell wie möglich eine gute Lösung zu finden, und bis wir die haben, sind sie dann mit uns.

Eine tolle Möglichkeit der Unterstützung sind auch Patenschaften. Hunde, die bei uns bleiben, haben ein Gotti oder einen Götti, bei dem sie zwar nicht wohnen, der sie aber finanziell unterstützt und in einem Notfall von unserer Seite, dafür sorgen würde, dass sie ein  gutes Zu Hause bekommen. Danke euch Gottis und Göttis, ihr seid uns eine wertvolle, grosse Stütze.

Ein Riesengrosses Dankeschön schicke ich auch an jene, welche uns den Lohn einer monatlichen Hundestunde, das Trinkgeld ihres Kässelis, mit Back Aktionen ( danke Robyn), mit Versteigerungen diverser toller Angebote, helfen, für die Hunde gute Lebensbedingungen zu schaffen.

Auch wenn das alles jetzt ein wenig nach "mühsam" klingt, es ist es nicht. Ich liebe unsere Arbeit, die indiviuelle Erziehungsarbeit mit den Hunden ( ich besuche mit ihnen fremde Hundeschulen, damit sie lernen, weg von Daheim, auch ohne Rückhalt des Rudels, zu bestehen). Wir arbeiten viel an der Sozialisierung, damit sie möglichst gut in eine Neue Familie integriert werden können.

Die Platzsuche erweist sich aber immer schwieriger. Zu Menschen, die noch an veralteten Erziehungsmustern hängen ( Strafe, Stachelhalsband, Strom, stundenlang wegsperren, Futter Entzug, Dominanz und Chef Verhalten ), zu solchen Menschen möchte ich keine Hunde geben. Hunde, die ja bereits durch solche Aktivitäten in ihrem alten Leben, verunsichert sind. Wir wünschen uns Menschen, die den Wert eines Hundes zu schätzen wissen, die sich bemühen, mit ihm ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen, die aber auch eine natürliche Autorität haben, um dem Hund die Sicherheit zu geben, die er für ein gesundes Vertrauen braucht.

88 Pfoten strecken sich euch entgegen mit einem ganz grossen Dankeschön. Wir alle wünschen euch schöne Weihnachten und ein tolles, gesundes 2016.

Erfahrungen, Lernprozesse, zukunftsweisend...

... noch zwei Wochen und es ist schon Weihnachten. Ich versuchte oft mir vorzustellen, wie das wohl wird, Winter in unserem Neuen Daheim, Weihnachten nicht mehr in Winkel. Bis jetzt ist es sehr schön, völlig normal :-) Die Welt dreht sich weiter, es passieren hässliche Dinge in der Welt, von der ich mich bewusst etwas distanziert habe. Ich habe gelernt, das Schöne um mich herum zu sehen, die kleinen positiven Resultate unserer Arbeit zu schätzen..... und immer wieder sind es unsere Hunde, die Tiere im Allgmeinen, die Impulse, Antrieb und Kraft geben.

Wie die meisten ja schon wissen,bin ich mit Juwel in die Weihnachts Show " Himmel auf Erden" hineingeschlittert. Am Anfang wollte ich mich raus ziehen, weil der Zeitaufwand sehr gross ist, jetzt wo wir nicht mehr so nahe der Stadt wohnen. Aber schon nach der zweiten Aufführung war für mich klar, dass ich dabei bleibe. Juwel hat so grosse Freude, sie ist Feuer und Flamme, wenn sie dabei sein darf :-) Ich habe in den fast drei Wochen so viel gelernt. über Juwel, über mich, über uns beide :-) und nicht zuletzt über MItmenschen :-)

Juwel musste lernen, zu mir Vertrauen zu haben, anders als bei der Arbeit an den Schafen oder im Agi. Da bin ich ja immer ein Kontrollfreak, ich hab sie ständig im Auge und versuche immer, die Kontrolle zu haben. Anders in ihren Aufführungen. Da muss sie völlig auf sich gestellt ihren Job machen, mit dem Mädchen, das am Anfang so viel Angst vor Hunden hatte, eine glaubwürdige Szene zu spielen. Sie muss, ohne Sichtkontakt zu mir, das Vertrauen haben, dass ich nicht weg bin. Die ersten zwei Mal schickte sie schon noch Blicke in meine Richtung, nahm meinen Duft auf, um sicher zu sein. Jetzt aber, ist Juwel Vertrauen pur. Sie macht ihren Job um dann, aufs Stichwort, freudig zu mir zu rennen und sich loben zu lassen :-) Ich von meiner Seite lernte auch sie loszulassen, zu wissen, dass sie es gut macht, auch wenn ich sie nicht physisch führen kann. Ihr Strahlen, ihre Selbstsicherheit, ihr gückliches Auftreten, dafür würde ich noch viel mehr Zeit investieren <3

Meine kleine Lebensretterin <3  Sie hat die Mädchen gelernt, dass man bei einem Hund wohl Respekt haben soll, wie bei seinen Mitmenschen, aber bestimmt keine Angst. Auch die Künstler, von denen sie schon das kleine Mascottchen geworden ist, haben gelernt, dass Hunde nicht Wesen sind, die man fürchten muss. Wenn alle diese Menschen, die aus allen Herren Länder kommen( China, Tschechien, Polen, Frankreich,  Kanada usw.),  diese Botschaft von "Tschutschu" mit in ihr Land nehmen, wenn sie da vorleben können, dass man Hunde nicht quält sondern achtet, dann....dann hat unser Einsatz sein ganzes Ziel erreicht.

Für alle, die die Show nicht sehen können oder wollen, versuche ich hier ein ganz kleine wenig des Zaubers dieser Weihnachtsgeschichte zu vermitteln.

Von Herzen wünsche ich euch allen eine schöne, zufriedene Weihnachtszeit. Für das Neue Jahr den Mut und die Kraft, euren Weg zu gehen, auch wenn er im Moment doof und steinig scheint, daraus zu lernen, was das Leben uns sagen will.

"Das Schicksal kann mir einen Weg aufzwingen, aber niemals ein Ziel."

Kradolf, 7. November 2015

Der Herbst ist so wunderschön, wie eigentlich das ganze Jahr war. Ich bin so dankbar, dass unsere Tiere und wir das alles hier im Thurgau erleben dürfen.

Dringender als alles ander auf meiner "to do" Liste steht oben, unterstrichen und in Grossbuchstaben "Dankeskarten an die Menschen, die uns, unsere Hunde und auch die Hunde, die noch nicht bei uns sind, in irgend einer Form unterstützen". Es ist mir wichtig, ein grosses Anliegen, das mir manchmal den Schlaf raubt, dass ich da wieder im Hintertreffen bin.

Immer wieder schieben sich Notf(e)lle dazwischen, so dass ich am Abend todmüde ins Bett sinke, und die Dankesschreiben wieder vertagt werden.

So habe ich doch unsere zwei Böcke, die die ganze Herde verrückt gemacht haben, beim Metzger angemeldet. Zwar gegen meine Überzeugung, aber ich dachte, dass wenn ich dieses Fleisch meinen Hunden gebe, ich wenigstens weiss, dass sie ein schönes Leben hatten. Sie hatten keine langen Transporte, keine engen Ställe und immer feines Fressen.

Ich will unsere Hunde mit Fleisch ernähren, es ist ihre Natur.

Natürlich achte ich pingelig genau, woher wir unser Fleisch beziehen ( Schweizer Fleisch aus der Umgebung ), trotzdem sind es immer Tiere, die ihr Leben lassen. Um mich ein wenig zu trösten, weiss ich, dass diese Tiere nicht wegen meinen Hunden sterben. Wir bekommen das Fleisch, das vom Konsumentenfleisch abfällt, also ohne uns entsorgt würde. Ich bin jeweils dabei, wenn der Metzger die Stücke durch den Wolf lässt, ich sehe also, was wir bekommen. Das klingt enorm nach einer Rechtfertigung....ist es vielleicht auch.....ich möchte es wirklich richtig machen.

Abgeschweift, sorry.

Also, ich habe unsere zwei Böckli in die Metzg angemeldet. Als der Metzger mich anrief und mir sagte, dass er mir die zwei Herren abkaufen würde, ohne sie zu schlachten, und mir dafür anderes Fleisch gebe, fiel mir der Weg zu ihm wesentlich leichter.

Ausnahmsweise musste ich mal pressieren ;-) Also, um fünf Uhr, nach Training und Hundeschule geben, habe ich die Buben so in den Transporter verladen, wie ich es mir nächtlich schon zurecht gelegt hatte. Das Navi führte mich in der Dunkelheit durch die kleinen Strässlein in einem mir unbekannten Gebiet. "Jetzt links abbiegen", forderte mich die Dame auf ( mit der ich mich übrigens oft streite ). Ich bog links ab, holperiger Steinweg...Ende. Das letzte Haus und die Strasse ging nicht weiter. Ich ging mit dem Gruss" Glück im Stall" zu dem netten Bauern, der grad seine Tiere versorgte. "Oh ja, da sind sie eine Strasse zu tief. Das ist die obere Paralellstrasse. Wenden ? Geht leider nicht, da müssen sie retour fahren". Im dunkeln, mit dem Pferdeanhänger ! Mein Traum !

Der nette Mann half mir, indem er mir das Ende des Anhängers mit einer Lampe zeigte, sodass ich wieder auf den richtigen Weg kam. " Sie haben ihr Ziel erreicht". Täusche ich mich, oder klang die Navi Frau etwas spöttisch? Wir entluden die beiden schwarzen, Punto, der Blonde, blieb im Transporter, er war nur Begleitschaf:-) Handel abgeschlossen, die beiden bekommen es schön. Ich erspare euch die Geschichte, dass auch besagter Hof der letzte in der Strasse war......

Nachtruhe, obwohl verdient, war nicht angesagt. Quiyla, das kleine Bündnermädchen, hatte Durchfall. Das erste Mal erwachte ich, weil ich es roch, die anderen Male stand ich zur Zeit auf der Matte. Sie bekam am anderen Tag Möhrensuppe, Johannisbrotmehl, Bioflorin und Brionya. Leider ohne Erfolg. Fieber hatte sie keines, trotzdem bekam ich harter Knochen, kalte Füsse. Da ich am Freitag ja im Strickhof bin, nahm ich sie mit, rief in der Tierklinik an, um einen Termin zu bekommen. Mit Durchfall ist man ja kein Notfall :-) So bekam ich am Nachmittag eine Möglichkeit, Quiyla zu zeigen. Bei Freddi , der die Nachmittagsstunden mit Fruchtfolge und Biodiversität sehr spannend gestaltet, bekam ich die Erlaubnis, zu gehen. Quiyla hat Giardien, ansonsten ist sie einfach sehr zart, aber gesund. Was bin ich erleichtert. Ich liebe dieses kleine Träumerlein.

Ich musste mich sofort um Benschi kümmern. Denn der wurde am Mittwoch, bei einem Wettrennen mit seinen Freunden, an einem Ohr ausgebremst. Das kleine Öhrchen wurde grad zweimal gefranst, sodass er es in Narkose genäht bekam. Er Muss einen Kragen tragen, damit er auf keinen Fall mit den Krallen das Kunstwerk zerstört. Er leidet, hat er doch die Berechnung noch nicht, wo es zum Durchkommen reicht. Darum durfte er auch im Strickhof, bei besagtem Freddi, mit uns aufs Feld. So erlebt er wenigstens trotz Kragen noch ein wenig Welt:-)

Und heute Nachmittag geht es mit Juwel zu ihrer Probe bei "Himmel auf Erden, Engel bellen nicht". Da aber die Mädchen der Hauptrolle Angst vor Hunden haben !!!! werden wir sehen, was daraus wird. Juwel ihrerseits hat einen Riesenspass, so lohnt es sich doch :-)

Aber zuoberst auf der "to do" Liste steht ihr. Ihr, bei euch wo ich mich bedanken will. Ich denke so viel an euch, ohne euch, ohne eure Unterstützung könnten wir unmöglich die Gesundheitskosten diverser Hunde ( auch solche, die nie bei uns lebten), tragen.

Die finanziellen Hilfen, das versteigern und ersteigern zu Gunsten Border Homeless, Materialspenden und nicht zuletzt, die moralischen Unterstützungen. DANKE Tausendmal.

Sobald der Auftrag für die Border Kalender endlich weg ist, mach ich mich hinter die Karten für euch!

Wir kämpfen weiter, für jede Border Seele ( auch die, die es nicht sind, aber als solche abgegeben wurden :-) Es ist meine Berufung, und wenn ich dann im Bett liege, die zufriedenen Pelztierli in ihren Bettli verteilt ( oder mir meinen Platz streitig machend ), weiss ich, dass es trotz all der Mühen richtig ist.

Von Herzen wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Die Möhrensuppe für Quiyla ist grad fertig und Benschi wünscht den Einzelspaziergang ohne Kragen.

Anïta

Herzlichen Dank

Als wir vor Jahren begeisterte Border Collie Besitzer waren, haben wir uns intensiv mit dieser wunderbaren Rasse auseinander gesetzt. Aus- und Weiterbildungen machten uns zu Border Fachmenschen.  Freunde behaupten, dass ich schon selber ein Border Collie bin. In Wahrheit ist es aber so, dass ich ihre Sprache und ihre Verhalten sehr gut verstehen kann.

Bald schon merkten wir, dass viele dieser Hunde an Plätzen waren, wo sie, geprägt durch ihre Genetik, nicht richtig waren. Wir wurden oft um Rat gefragt, wie man denn Borders gut beschäftigt, und es dauerte nicht lange, und wir bekamen die ersten Anfragen, Hunde zu übernehmen. So entstand „Border Homeless“.

Die anfänglich 3-4 Hunde sind längst schon Vergangenheit. Bei den fast täglichen Anfragen, ist es oft schwierig, zu entscheiden, wen können wir aufnehmen.  Bei Anfragen von Tierärzten und Kliniken, wie auch vom Veterinäramt, sagen wir nie nein. Wir machen es, dank Pflegeplätzen und der Unterstützung durch Menschen wie Sie, die uns finanziell helfen, immer irgendwie möglich. Oft sind es auch veränderte Lebens Situationen, die ein Umplatzieren eines Hundes nötig machen. Es ist immer noch liebevoller, für einen Hund ein Neues zu Hause zu suchen, als ihn sieben Stunden und mehr, allein zu Hause warten zu lassen.

Leider müssen wir bei Anfragen von Privatleuten oft einfach nein sagen. Weil wir jedem der Hunde, die bei uns wohnen, auch gerecht werden wollen.

Das bedeutet neben füttern, Fellpflege, Gesundheitspflege, Streicheleinheiten und zuhören, tägliche Erkundungsspaziergänge und natürlich auch die individuelle Förderung der Talente.

Seit unserem Umzug nach Kradolf, wo wir ein Haus mit viel Umschwung kaufen konnten, haben wir die Möglichkeit, zwei bis drei Ferienhunde bei uns auf zu nehmen.

Diese Ferienplätze helfen uns, das Futter und die medizinischen Kosten der bleibenden Hunde zu tragen.

Die Suche nach guten „Border Plätzen“ wird immer schwieriger. So kommt es, dass es oft Hunde gibt, die wir nicht vermitteln können, oder wollen. Sei es, dass ein Hundmädchen schnell rennende Menschenbeine nicht verträgt und sie mit den Zähnen bremst, oder die authistische, taube Hündin, die zwar in ihrer eigenen Welt, nicht aber in der Gesellschaft zurecht kommt. Der ebenfalls taube Nardo, der ein wunderbarer Freund ist, aber spezielles Verständnis braucht, auch für ihn wurde durch den Tierschutz kein Platz gefunden und er sollte euthanesiert werden.

Für solche, wenn auch wunderbaren Wesen, findet sich kein geeignetes zu Hause. So  bleiben sie bei uns in der Familie.  Hunde, bei denen eine Vermittlung schon mal schief ging, sie also wieder zu uns zurück kamen, bleiben auch bei uns. Sie sollen spüren, dass sie  geliebt werden, dass sie nichts falsch gemacht haben.

So ist es eine logische Konsequenz, dass unser Rudel immer grösser wurde und auch immer mehr Geld kostet. Vom Zeitanspruch ganz zu schweigen.

Ich kann am morgen eine Stunde früher und am Abend eine bis zwei Stunden mehr anhängen, so schaffen wir es, auch mit ihrer Hilfe, für alle ( im Moment 21) ein  tolles Border Leben zu bieten.

Im Namen all unserer Schützlinge bedanken wir uns ganz herzlich für Ihre Spende.

Es sind gut investierte Franken die zwar nicht die ganze Welt, aber das Leben eines Hundes schöner machen.

Kradolf Ende September 2015

Liebe Hundefreunde, Tier und Naturliebhaber und deren Beschützer.

Sehr gerne sind wir bereit, die Border Collies und Border verwandten Hunde die ihr zu vermitteln sucht, auf unsere Seite zu nehmen. Mitunter ist es ja ein Ziel, dass man eine Datenbank hat, wo man solche Hunde findet, wenn man schon bereit ist, einem Hund "mit Vergangenheit" ein gutes zu Hause zu bieten.

Es ist uns aber ein sehr grosses Anliegen, dass ihr uns die vermittelten Hunde meldet. Immer wieder bekomme ich Anrufe von mehr oder weniger verärgerten Menschen, die aufgrund unserer Ausschreibung bei der angegebenen Adresse anriefen, mailten oder sonstwie Kontakt suchten, und dann die Antwort bekommen, dass besagter Hund "schon lange" vermittelt sei.

Das wirft ein schlechtes Licht auf Border Homeless. Denn auch wenn wir uns davon distanzieren, dass wir etwas über die Hunde oder deren Besitzer wissen, die bei uns unter "auch wir suchen" ausgeschrieben sind, so sind wir doch die Organistation, die als erster Kontakt da steht.

Darum also noch mal die dringende Bitte, wenn ihr schon bei uns einstellen dürft, meldet uns wenigstens, wenn so eine Seele irgendwo einziehen durfte.

Vielen Dank

Kradolf im September 2015

Anïtas Corner musste umbenannt werden. Es ist nicht einfach so locker flockig ein Tagebuch mit erlebten Geschichten, die ich euch erzählen möchte. Es sind Dinge die Border Homeless, oder auch mich persönlich beschäftigen. Ich möchte in dieser Rubrik auch Texte anderer Autoren einbringen, die zum denken anregen, die uns bestätigen oder aber auch in Frage stellen. Die Action aus dem Hause Kradolf, plappert ja Even schon, aber die Sicht der Verantwortlichen sieht er halt nicht so, oder ein bisschen anders:-)

So höre ich ab und zu, natürlich nie direkt, den Vorwurf, dass wir ja gar keine Hunde auf der Homepage haben.

Das hat viele Gründe und basiert auf unserer bald 11 jährigen Erfahrung mit Border Homeless. Wir verkaufen keine Hunde, wir machen keine Angebote über schöne Fotos, mit denen wir das "jöwieherzig" Gen beanspruchen. Wir vermitteln Border oder Border Mixli, die aus irgend einem unglücklichen Umstand zu uns kamen. Zum Teil wurden sie so falsch gehalten, dass das Veterinäramt einschritt. Zum Teil sind es Tierärzte die uns kontaktieren, weil ein Hund zum einschläfern gebracht wurde, was aber medizinisch nicht angebracht ist. Zum Teil sind es auch Hundetrainer, bei denen die jeweiligen Besitzer nicht klar kamen oder  nicht therapierbar sind und der Hund aus Verzweiflung immer schlimmer wird. Kurz gesagt, es sind alles Hunde, die einen Rucksack mitbringen. Sie haben meist negative Erfahrungen gemacht, sehr oft in der wichtigen Prägungsphase. Sie sind alle schon mal verlassen worden ohne sich des Grundes bewusst zu sein. Dass solche Seelen etwas mehr brauchen, um ihr ganzes Potential frei und fröhlich zu zeigen, ist ja normal. Sie brauchen Zeit und Vertrauen. UND DAS IST UNSERE ARBEIT. Neben der Gesundheitspflege, körperliche Defizite aufzuarbeiten, oder aber der Seele einfach Zeit und Raum zu geben. Und so lange, bis ein Hund seine Pfoten wieder auf der Erde hat, ist er aus unserer Sicht nicht vermittelbar und gehört noch nicht auf die Homepage. Unser Stammrudel hilft den Neuankömmlingen Sicherheit aufzubauen, aber auch, in einer Gemeinschaft einen Platz zu erobern und ihn zu halten. Das stärkt das Selbstwertgefühl. Auch haben sie, wieder durch das Rudel, die grosse Chance, dass sich nicht immer alles um SIE dreht. Wenn mal geschimpft wird, kann es ja jemand anders angehen, man ist nicht für alles Elend der Welt verantwortlich. Man lernt mal hinten an zu stehen ohne zu raufen. Auch gibt es die Möglichkeit, mit anderen ausgelassen und albern zu sein, von den anderen abzugucken und zu lernen. ( Zum Beispiel ins Wasser zu springen :-) Wir Menschen können viel, können aber einem Hund nie den Artgenossen ersetzen.

Sobald wir das Gefühl haben, dass ein Hund gefestigt ist, dass er mit der Situation eines neuerlichen Wechsels, einer Neuen Familie, klarkommt, kommt er oder sie auf die Homepage.

Wie wir aber schon in unserem Leitbild klar schreiben, vermitteln wir keine Hunde an jemand, der zu 100% Berufstätig ist. Die meisten Hunde die bei uns sind, mussten schon sehr viel allein sein und stundelang warten. Wir möchten ihnen das ein weiteres Mal ersparen. Auch wenn mir jemand sagt, das er nur 80% arbeitet, daneben aber noch einen alten Hund hat ( der hoffentlich seine eigene Zuwendung und seinen eigenen Spaziergang hat ), dabei noch ein Pferd und einen Umbau zu betreuen hat, nehmen wir uns das Recht heraus, zu unterstellen, dass ein acht monatiger Hund aus Hütelinie, nicht genug gefordert werden kann. Sorry, ich möchte niemanden persönlich angreifen, aber ich verstehe was von Zeitmanagement und allen gerecht werden.

Ich weiss, "gefordert" kann man auf viele Arten interpretieren.  Nein, es heisst nicht, dass Border 12 Stunden am Tag herum rennen soll. Er soll auf seinem Spaziergang die Möglichkeit haben zu schnüffeln ( was er beim biken oder joggen oft nicht hat ), er soll soziale Kontakte knüpfen können, er soll lernen, auf mich zu achten und kleine Aufgaben zu lösen. So habe ich nach einer oder eineinhalb Stunden einen zufriedenen Border zu Hause, der mit einem feinen Zmorge im Bauch, locker 3 Stunden ruhig bleiben kann. Der das jagen wohl mit mir, nicht aber alleine, lustig findet.

Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.

Einer meiner Lieblings Sätze heisst :  Gesagt ist noch nicht gehört, gehört ist noch nicht verstanden, verstanden ist noch nicht einverstanden und einverstanden noch nicht umgesetzt.

Das gilt übrigens auch für mich. Immer wieder muss ich mich / uns überdenken, überarbeiten.

In letzter Zeit haben wir erschreckend viele Junghunde übernommen. Ich überlege mir schon, warum das so ist. Es sind fast alles Hunde, die bewusst angeschafft wurden, man hat sogar ein Buch über Border Collies gelesen....und trotzdem ist er mit 5 oder 6 Monaten zuviel und muss weg. Man war mit ihm in der Welpenspielstunde, in der Hundeschule. Als man da nicht weiter kam und sein Verhalten immer schlimmer wurde, zog man einen Hundecoach zu. Der arbeitet bestimmt nach bestem Wissen und Gewissen, nur leider nicht für Border Collies. Fuss... Sitz... Platz... Strenge... nichts durchlassen... zeigen wer der Chef ist... auf den Rücken legen... in die Box sperren, bis er aufgibt... Futter nur noch gegen Leistung... mit dem Fahrrad auspowern..... das sind alles Methoden, mit denen man keinen guten Mitarbeiter heranzieht.

Der Border Collie braucht keinen"Chef", er braucht einen verlässlichen Partner, der ihm wohl seinen Platz zuweist, ihn da aber arbeiten lässt. Die sehr hohe Intelligenz dieser Hunde stellt extreme Anforderungen an ihren Besitzer. Weiter denken, Vertrauen haben, geschehen lassen. Führen aber nicht unterordnen.

Wenn ich da die vielen Borders sehe, die in Anti Jagd Trainings, in Bellstopp Trainings, in Schutz Hunde Trainings gezwungen werden, frage ich mich echt, warum kauft man sich nicht einen Hund, der sich zu dem eignet, was ich von einem Hund möchte. Wenn man sich ein Video ansieht von einem Border Collie, der mit Schafen oder Rindern arbeitet, seine leuchtenden Augen, sein "Will to please", wenn man das ehrlich aufnimmt, kann man seinen Border nicht mehr in Art fremde Tätigkeiten zwingen. Border gehört nicht an die Schleppleine, wenn man ihm gezeigt hat, wo sein Bewegungsradius auf Spaziergängen ist, er wird es akzeptieren. Die Auszugsleine ist kein Hilfsmittel, das einem die Erziehung abnimmt. Sie ist bei einem verletzten Hund oder beim entlang gehen an einer Strasse eine Sicherheit, aber kein Mittel, das uns bequem unsere Arbeit abnimmt.

Einen Border Collie als Freund zu haben, ist wohl eines der schönsten Dinge auf Erden, aber ich haben nie gesagt, dass es nicht mit Arbeit, mit Toleranz, mit Versuchen den anderen zu verstehen und mit grossem Aufwand verbunden ist. Ein Border Collie von Border Homeless bringt neben seinen genetischen Ansprüchen dann noch Baustellen mit, mit denen Vorbesitzer nicht klar kamen. Also, noch ein Stück Arbeit mehr. Wir haben keine gestörten Hunde hier, aber Hunde die geschlagen wurden die ausgesetzt wurden die schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht haben.Sie haben zum Teil grosse Bergwerke, die bearbeitet werden müssen, bis man den Diamant darunter hervorbringt.

Wir sind jederzeit bereit, dass man bei uns herein schauen darf ( nach telefonischer Voranmeldung), um in real zu sehen, was ich hier leider nur theoretisch anbringen kann.

In diesem Sinne: viel Freude und Ausdauer mit euren Borders

Anïta

Der Beginn einer Neuen Ära

Hallo ihr da draussen, Wochentagebuch ist ja schrecklich übertrieben. Die letzten Wochen waren so wild, Arbeitsintensiv, irgendwie unwirklich, dass ich unmöglich noch zum schreiben kam. Ja, dazu kommt, dass die Swisscom Mühe hatte, mit unserem Umzug :-). Sie konnten uns einfach nicht ans Netz bringen :-)

Aber jetzt sind wir aufgeschaltete und es funktioniert schon recht viel.

Das Haus ist wunderschön geworden, wenn ich auch noch täglich Arbeiter hier habe, die das eine oder andere "Kleine" noch fertig machen müssen. Die Umgebung macht unsere Hunde und uns glücklich. Die Büsi erkunden langsam die Neue Umgebung. Es muss auch für sie sehr spannend sein. Ich atme auf jeden Fall noch jeden Abend auf, wenn sie heim kommen und ihr Futter verlangen :-)

Die Hühnchen leiden unter der grossen Hitze, geniessen aber die frühen Morgen- und Abendstunden.

Die Schäfchen sind noch in Winkel. Ich konnte sie unmöglich bei dieser Hitze zügeln. Da es aber heute ein bisschen "kühler " geworden ist, fehlen nur noch Stunden, bis sie auch bei uns sind.

Wir haben viel Freiraum, ich fühle mich irgendwie Ferienmässig :-) Nicht, dass ich keine Arbeit habe, aber die Arbeit ist freier, einfach anders.

Jetzt schreie ich aber schon wieder um HIlfe. Und zwar haben wir TÄGLICH Anfragen, um Hunde auf zu nehmen. Ich schaffe es trotz mehr Platz schlicht nicht mehr. Ich will die Hunde auch anständig beschäftigen, fördern und ihnen Zeit widmen. Dazu kommt, dass viele der Neuankömmlinge noch ziemlich Erziehung brauchen.

Wenn ihr also eine Möglichkeit seht, einen Pflegehund zu übernehmen, bis wir einen Endplatz für ihn gefunden haben, bitte meldet euch. Ich werde euch bestimmt keinen schwierigen Hund ins Haus stellen, wir haben auch ganz pflegeleichte :-)

Der kleine Faun, der auch auf der "wir suchen" Seite ist, sollte jetzt einen PLatz haben.

Eine 7 jährige, sehr liebe Hündin, die Umständehalber weg muss, sollte ein zu Hause haben.

Ein sechs jähriger Bube, sehr lieb, eher scheu, braucht dringend ein zu Hause.

Der 6 jährige Jaro (auch auf der "wir suchen" Seite, sollte SOFORT in ein Neues zu Hause ziehen können.

Wenn ihr also Lust und Zeit habt, mit einem tollen Hund eine gewisse Zeit oder Lebenslang Freundschaft zu teilen, bitte meldet euch bei uns

Ein Leben mit und für Hunde

29. April 2015

Wenn es aus meiner Ecke ruhig war, so trügt der Schein. Es ist alles andere als ruhig. Noch nie hatten wir so viele Anfragen, Borders zu übernehmen. Natürlich ist unser Hausumbau auch ein Posten, wobei da Pierre das meiste übernimmt. Ich kann und will den Hunden die bei uns sind, nicht Zeit wegnehmen. Ich habe sie mit einem Versprechen übernommen, das will ich unbedingt halten.

Ja, wir leben in  einer Wegwerfgesellschaft, ja, es geht uns allen zu gut, ja, das Tier hat in der Gesellschaft immer noch den Stellenwert, entweder als unser Essen zu leben oder zu unserem Vergnügen da zu sein. Notabene, wenn WIR Lust haben. Hunde werden angeschafft, um dann den ganzen Tag allein zu Hause zu verbringen " Sie haben ja kein Zeitgefühl". !!

Solche Aussagen bringen mich in null komma nix an die Decke. Jeder redet es sich schön, so wie er es halt grad braucht. " Ja, ich möchte unbedingt einen Border Collie, die sind so hübsch, und so gescheit". Dass genau dieser Border Collie sehr wahrscheinlich zu gescheit ist, als dass er sich mit der Joggingrunde an der Leine zufrieden geben kann, das zieht man nicht in Betracht. Er ist ja nur ein Hund. Züchter, das geht jetzt vor allem an eure Adresse: schaut doch bitte genauer hin, an wen ihr eure ach so herzigen Welpen verkauft.

Aktuell haben wir sech Anfragen, Borders zu übernehmen. Wohlverstanden, ohne die, die schon bei uns leben. Vet. Amt. Tierschutzvereine, Tierärzte, die uns kontaktieren, dass diese gesunden Hunde nicht eingeschläfert werden müssen. Wir wollen unser Bestes geben. Mit jedem Hund, den wir bei uns aufnehmen, nehmen wir auch eine grosse Verantwortung und eine grosse Aufgabe. Es ist ja nicht so, dass gerade diese Hunde, die schon Erfahrungen gemacht haben, die einfachsten sind.

Sie werden bei uns im Rudel sozialisiert, sie werden in Einzelarbeit an die Ansprüche der Gesellschaft gewöhnt, sie werden ebenso in Einzelarbeit, da beschäftigt und gefördert,wo ihre Begabungen liegen. Dass das Zeit braucht, muss ich euch ja nicht erzählen. Ich liebe meine Arbeit, ich liebe es, die Fortschritte der einzelnen zu sehen, ich gebe aber zu, dass ich am Abend todmüde ins Bett falle.

Wenn sie dann wieder Boden unter den Füssen haben, stellen wir sie auf die Homepage, denn erst jetzt sind die bereit, noch mal einen Wechsel in eine Neue Familie zu machen. Jeder Wechsel ist für einen Hund Stress und fordert grosse Anpassung seinerseits. Wir suchen die Neuen Plätze für unsere Hunde sehr sorgfältig aus, wir geben sie nur da hin, wo wir auch sehen und spüren, dass da der Wille und das Wissen für so einen Hund da sind. Auch die jahrelange Aus- und Weiterbildung, ist noch kein Garant, dass ich nicht auch mal falsch einschätze. ( wie das  jüngste Beispiel von "Irouk" zeigt ) Menschen erzählen mir, was sie mit dem Hund möchten. Mit Bauch und Verstand versuche ich das Beste für den Hund zu machen. Ich mache mich dabei oft unbeliebt, denn es gibt oft ein " Entschuldigung, dieser Hund passt nicht in ihre Lebensweise".

Hunde, die wieder zu uns zurück kommen, bleiben meist da. Ein Hund muss die Möglichkeit haben, anzukommen. Zu wissen, dass er da, wo er jetzt ist, bleiben darf.

Das  riesige Problem der Auslandhunde, die in die Schweiz geholt werden, da ausbüchsen oder nicht zurecht kommen, in Dauerangst und Stress leben, nur an der Leine ausgeführt werden können, machen unserem Schweizer Tierschutz die Arbeit nicht einfacher. Ich zitiere aus einem Bericht von Regina Buchhop, was ich besser nicht sagen könnte.

Zitat:

wir fangen sie ein und bringen sie in irgend welche Lager, trennen Freunde, die gemeinsam streunten, trennen Anführer einer solchen Truppe von den Schwächeren

dort schließen die Hunde aus der Situation heraus neue Freundschaften. Das vermeintliche Zutrauen zum Menschen, weil sie mit dem Schwanz wedeln, wenn er kommt, gilt mehr der Futterschüssel als dem Menschen selbst.

sie leben in ihrer Situation Hunde – orientiert und nicht Menschen – orientiert. Denn die Kumpel zählen mehr, weil man sich gegenseitig braucht

dann kommt der Mensch und betreibt seine Auslese im Tierschutz, wer annähernd nach seinem Aussehen “mit darf”

erneut trennt man Freunde nach den eigenen Kriterien und entscheidet, wer denn nun endlich auf ein Sofa MUSS.

Verladen, transportieren, viele Stunden im Kennel über und untereinander gestapelt. Was fühlen sie, was durchleben sie alles in dieser Zeit?

Und wir maßen uns an, zu denken, dass sie da nun mal durch müssen?

Dann kommt die PS, meist auch wieder neue andere Hunde, die dort schon sind. Nun ja, für das große Glück auf Erden muss man sich halt anpassen?

Und wenn sie sich annähernd angepasst haben, und dem Irrtum unterliegen, die neue Umgebung als Zuhause anzusehen, dann müssen sie erneut Hundefreunde und Gewohnheiten verlassen, weil endlich die Endstelle gefunden ist.

Und wir maßen uns an, dass die Hunde das verstehen müssen?

Und ohne Frage haben auch diese Hunde ein Recht auf Leben. Aber sie haben vor allem das Recht, verstanden und akzeptiert zu werden und nicht nach unserem Gutdünken unserer Willkür zu unterliegen.

Für alle, die sich dem Auslandstierschutz verschrieben haben, gibt es bis auf wenige Ausnahmen nur die Lösung, die Tierschützer in den Ländern vor Ort zu unterstützen, dass erträgliche Bedingungen geschaffen werden. Ein Kampf auch gegen Behörden, ohne den aber der eigentliche Tierschutz auf der Strecke bleibt.

Massentransporte können das Problem nicht lösen und Tierschutz der Mitleidsschiene auf dem Rücken der Tiere auch nicht.

Ende Zitat

und genau da hakt die Susy Utzinger Stiftung ein. Sie unterstützt Tierheime in ihrem eigenen Land, sie bietet mit Fachleuten Kastrationen und Aufklärungen an. Sie informiert in Schulen und verhandelt mit Regierungen.

Das ist auch der Grund, warum wir die Platz suchenden Hunde nicht ins fb stellen. Weder will ich, dass jemand aus Mitleid einen Hund von uns adoptiert, noch kann ich einen Hund mit ein paar Sätzen beschreiben, so dass man ihn kennen lernt. Auch kann ich die interessierten Menschen nicht aufgrund eines Telefons oder eines EMails spüren. Wir haben schon fast 11 Jahre Homeless Erfahrung, und die hat gezeigt, dass ich meine Zeit nicht mit Leuten verschenken kann, die einfach ihre Neugierde befriedigen möchten. Lädele kann man bei uns nicht :-) Wenn jemand ernsthaft an einem Hund Interesse hat, nimmt er / sie  mit uns Kontakt auf. Wir besprechen, ob ein Hund den Vorstellungen nahe kommt und dann machen wir einen Kennenlern Termin. Es gibt mir auch die Möglichkeit, den Menschen kennen zu lernen und den Hund zu beobachten, wie er den Menschen findet :-) Ja, das ist sehr Zeitintensiv, aber nach meiner Erfahrung, der einzig faire Weg. Von den Vorkontrollen, wie sie bei vielen Vermittlungen gehandhabt werden, halte ich gar nichts. Ich machte selber solche, für ausländische Vermittlungen. Weder lerne ich da das wahre Gesicht eines Menschen kennen, noch bleibt die Zeit, um zu erfahren, wie der Hund WIRKLICH da leben soll.

Ich werde oft gefragt, warum dieser oder jener Hund noch nicht auf der Homepage ist. Ich glaube, das voran geschriebene, beantwortet diese Frage selbstredend.

Sobald ein Hund die Pfoten auf der Erde hat, wenn er selbstbewusst und gesund genug ist, nochmal einen neuen Platz zu bekommen, kommt er auf die Homepage.

Wie gesagt, wir hatten noch nie so viele Aufnahme Anfragen, aber auch noch nie so viel Abgabegründe, wo man diese tolle Rasse schlicht unterschätzt und seine eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten überschätzt hat.

Eure Anïta

16. März 2015

Frühling

Gestern haben wir "Olivia" in einer Sonntagsaktion abgeholt. Da wir ja am Umbauen und am Umziehen sind, halte ich mich daran, dass ich nur wirkliche Notfelle aufnehme. Auch wenn ich mich ganz unbeliebt mache, ist es für mich kein Notfall, wenn sich jemand aus dem Ausland einen Hund bringen lässt, ihn zwei Wochen hat und dann überfordert ist und Hund weg muss. Da werden verschiedene Gründe geltend gemacht : Vermieter nicht einverstanden, Hund ist nicht stubenrein, er zieht an der Leine, er verträgt sich nicht mit anderen Hunden, er schnappt die Kinder......Ich möchte auf keinen Fall falsch verstanden werden. Weder Deutschland noch Österreich zählt für mich zum "Ausland". Wir haben ähnliche kulturelle Hintergründe was die Tierhaltung anbelangt, wir haben ein Tierschutzgesetz, wir haben Impfpflicht und Aufklärung über Parasitenschutz.

Leute, was wird denn da eigentlich studiert ? Bewilligungen den Hund zu halten, müssen VOR der Anschaffung abgeklärt werden. Was erwartet man in 2 Wochen? Es ist unglaublich was die Menschen für Vorstellungen haben. Und weil ihn kein Tierheim nimmt, kann man doch Border Homeless beauftragen " Ja aber... sie sind doch eine Notfallstation für Border Collies?" Gegenfrage "Sind sie sicher, dass es ein Border Collie ist ?". "Ja, er ist schwarz weiss."

Der arme Hund kommt aus Rumänien. Dass ihn kein Tierheim hier aufnimmt, ist logisch und absolut nachvollziehbar. Auch wenn es mir in der Seele brennt, auch wir können ihn nicht aufnehmen, wir platzen ohne das schon aus allen Nähten.

Nochmal: die Anschaffung eines Tieres heisst VERANTWORTUNG. Mit allem, was dazu gehört. Körperliche, seelische und finanzielle Verantwortung. Dazu gehört halt auch, dass ich abkläre, ob der Vermieter einverstanden ist, ob die Mitbewohner im Haus keine Angst vor Hunden haben, ob ich genug Zeit aufbringen kann, um ihm ein Hundegerechtes Leben zu bieten. 

Wenn man den obligatorischen Sachkundenachweis / Theorie gemacht hat, weiss man auch ein bisschen, welche Rasse zu einem passen würde.

Ich finde es absolut bewundernswert, wenn sich jemand entscheidet, ein traumatisiertes Wesen zu adoptieren. Aber in dem Moment, wo ich ja dazu sage, weiss ich auch, dass die Verantwortung nun bei mir liegt. Dass ich ein Tier aufegnommen habe, dass unter Umständen einen immensen Rucksack mitträgt. Wenn Probleme auftauchen, so sind das Projekte, an denen man arbeiten kann. Aber kein Grund, den Hund in erneut in einem Tierheim abzugeben.

Du bist ein Leben lang verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast. 

Antoine de Saint Exupéry

Also, zurück zu Olivia. Sie kommt von einem Bauernhof. Sie ist (man weiss es nicht so genau, denn sie ist nicht geimpft, nicht gechipt und natürlich nicht registriert), also, sie ist ca. 1 1/2 Jahre jung, hat jetzt grad ihren zweiten!!! Wurf Junge gehabt und lebte an der Kette. Man kann sie nicht frei lassen, weil sie nicht gehorcht ( wie sollte sie denn, man hat mit ihr auch nichts gemacht), und weil sie abhaut. Der Bauer sagt, dass er den Hund gar nie wollte und jetzt muss sie einfach weg, weil er einen der Jungen behalten will.

Sie hat nach der Autofahrt, wo sie sich die Seele aus dem Leib gekotzt hat, mit ein paar unserer Hunde auf dem Hundeplatz gespielt. Sie hat mit grossem Appetit gefressen, ruhig geschlafen und wird nun Schritt für Schritt an das Neue Leben gewöhnt. Sie ist ein sehr herziges Mädchen, das versucht, es recht zu machen. Wir haben jemand, der sich für sie interessiert, aber erst muss sie heute geimpft, entwurmt und gechipt werden. Auch die allgemeine Gesundheitsuntersuchung will ich noch durch den TA machen lassen, ich kann mich nicht nur auf meine Wenigkeit verlassen :-) Dann sehen wir weiter.

Der Frühling ist mit Riesenschritten angekommen und macht mir das Leben sehr viel einfacher. Die Schöfli gedeihen, geniessen die Hausweide und haben mich recht im Griff :-)

Eldomir sucht noch immer nach seinem geeigneten zu Hause. Hört euch bitte weiter um. 

Er ist wirklich nicht schwierig, braucht aber Hundeerfahrene Menschen. Er ist ein lieber Schmusebär.

GANZ HERZLICHEN DANK AN EUCH ALLE, DIE IHR UNSER WERK FINANZIELL, MIT MATERIAL UND MIT TATKRAEFTIGER HILFE UNTERSTÜTZT.

Ihr könnt versichert sein, dass jeder Franken in die Aufwendungen für die Hunde geht, die möglichst gut vorbereitet und gesund in ihr Neues Heim ziehen sollen.

 

Geniesst die Tage

Eure Anïta

Gesucht wird: Tatkräftige Hilfe

28. Februar 2015

"Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden." Werner von Siemens

Auf die Gefahr hin, dass ich euch nerve, bitte bitte schaut euch noch mal um, ob ihr nicht jemanden kennt, der an Eldomir Freude hätte. Er ist ein toller Hund, er ist lernfähig und ... dankbar, er möchte einfach nicht in einem Rudel leben, weil ihn das irgendwie stresst.

er ist ein Kuschelbär, ein Geniesser, aber er möchte auch beschäftigt sein und schöne Spaziergänge haben. Er braucht keine Schafe und kein Agi, aber etwas Kopfarbeit wäre schon toll.

Unsre Valentina mit den zwei Kleinen durfte heute das erste mal auf die kleine Hausweide. War das eine Freude. Eigentlich wurde ich nicht vorgewarnt, dass ich zwei kleine Springböcke habe :-)

Wir waren gestern an einem Seminar bei Andi Schiess. Das Wetter war ja die Bestrafung pur, für uns alle. Nichts desto Trotz haben unsere Hunde hervorragend gearbeitet. Nachdem ich mir ja nach dem letzten Seminar vorgenommen habe ( und auch mit Andi so besprochen), dass ich mit Mouvie noch mal vier Stufen zurück gehe und neu aufbaue, weil sie so unsicher ist, hat sie gestern gezeigt was in ihr steckt. Danke Andi, du hast uns da abgeholt, wo es nötig war. Ich sehe ein, dass ich mit Mouvie zu streng bin, dass ich ihr zu wenig eigenen Spielraum lasse. Dann war das letzte Mal so ein Geschrei, weil andere Hunde nicht funktioniert haben, ein Gefuchtel mit einem Stecken und das stürmische Schneewetter, das hat gereicht, dass Mouvie die Nerven verlor. Wenn sie das tut, dann geht einfach gar nichts mehr. Sie macht dann lieber gar nichts, als etwas falsches :-(

Es ist so wertvoll für mich, dass ich mit jedem Hund wieder Neues dazu lerne, dass die Hunde halt wirklich sehr verschieden sind und verschiedene Ansprüche haben. Meine kleine Prinzessin, im Herzen eine Löwin, bei Überforderung aber ein Zitterpflänzchen. Gestern hat sie ganz toll gearbeitet und ist dann auch 10 cm gewachsen, als wir sie so sehr loben konnten:-) Sie hat gespürt und erlebt, dass sie einen Einfluss auf die Schafe hat, dass sie sie sogar von ganz weit weg holen kann, ohne Hysterisch in die Herde zu laufen. Es ist halt wirklich die Bestimmung, der meisten dieser Hunde, mit ihrem Menschen zusammen ein Team zu sein und Tiere zu hüten.

Unser Umbau in Kradolf zieht sich hin. Jetzt habe ich beschlossen, die Aermel hoch zu krempeln und selber ein wenig aktiv zu werden. Den Border Homeless Raum zu gestalten, muss ich ja nicht den Bauleuten überlassen. Hallo da draussen, ist da veilleicht jemand, der Lust hätte, uns tatkräftig zu helfen? Ich brauche jemand, der sich als Maurer betätigen könnte, oder / und einen Schreiner.

Vielleicht hat auch jemand mit Talent fürs Umbauen Lust, uns mit guten Ideen und kräftigen Händen zur Seite zu stehen ???? Ich möchte auch einen Teich buddeln, damit meine Goldfischli mit umziehen dürfen :-)

Unser momentan zugesagter Einzugstermin ist im Juni. Viel mehr an Überraschungen kann ja nicht mehr kommen, da nun eh alles Neu wird :-) Es könnten nur noch Einschränkungen seitens des Kantons kommen. Was wir natürlich nicht hoffen.

Wir suchen viele Plätze für Border Collies. Es zeigt sich halt immer wieder, dass wenn jemand denkt : "ja, das schaffen wir schon, wir gehen ja gern spazieren", dass der anspruchsvolle Border mehr braucht. Und vor allem, Hunde ( nicht nur die Borders), brauchen Strukturen, sie brauchen einen ungefähren Tagesablauf, an den sie sich halten können. Sie brauchen auch Ruhe und Erholzeiten, in denen sie wissen, dass sie jetzt nichts zu tun haben. Aber was erzähle ich euch, das kann man ja alles unter der Rassebeschreibung nachlesen. 

Wenn jemand in der Allmend, mit zwei Hündchen, von hinten in unser Rudel reinläuft, und dann völlig überrascht ist, dass etwa vier unserer Hunde die kleinen umringen und beschnüffeln, dann muss ich schon fragen, was hat der SKN genützt ? Oder wenigstens mal die Nase in ein Hundebuch stecken, wo das ABC des Hundeverhaltens erklärt wird ?

Wenn ein Mann voller Freude seinem Labrador einen Kong wirft, völlig unkontrolliert, natürlich mitten in unsere Hunde, und dann frustriert darum bittet, dass Giando den Kong wieder abgibt, dann staune ich sehr, dass man das nicht voraus sieht. Nun ja, zum Glück hat seine Wurfkunst kurz danach den Kong in den Baum gehängt. Er wird lange beschäftigt gewesen sein, und in der Zeit hatte Labrador die Möglichkeit, in aller Ruhe zu schnüffeln, zu buddeln und mit unseren Hunden weiter zu spielen.

Wir freuen uns auf den Frühling!

Herzlichst

Anïta

Vermisst wird: Der Frühling

23. Februar 2015

 

Hallo da draussen, ich schimpfe jetzt nicht über das Wetter, das wären ja negative Energien. Und wir brauchen im Moment alle positiven. Mit meinem "Q" und seiner Gesundheit bin ich recht gefordert. Ich war im ganzen 2014 mit den Hunden...

 

... nicht so oft in ärztlicher Behandlung, wie mit dem kleinen herzigen Bääh. Sein kleiner Magen hat Mühe und gast dauernd auf. Ich sitze des Nachst halbstundenweise bei ihm im Stroh und massiere sein Bäuchlein. Auf anraten der Aerzte habe ich mit der Pulvermenge variert, mit der Trinkmenge variert, mit den Trinkabständen variert..... Er tut mir so leid, denn Hunger hat er, aber wenn sein Bäuchlein schmerzt geht halt gar nichts. 

 

Ich machte gestern sogar etwas, was ich verabscheue. Ich nahm den Sonntäglichen Notfalldienst in Anspruch, und das schon am frühen Morgen. Ausser Spritzen konnte mir Dr. Rufer auch nicht gross weiter helfen. Ich bekam ein Elektrolyt Pulver, das Q jetzt 2 Tage trinken soll. Also 40 Stunden Milchfrei :-( Wie ihm das gefällt, kann man sich gut vorstellen. Nun denn, endlich besinne ich mich auf meine TCM Ausbildung und bringe "Bu zhong" ins Spiel. Schlimmer kann es nicht werden. Und siehe da, "Q" konnte heute seit langem zum ersten Mal zwei kleine Milchmahlzeiten hintereinander geniessen. Das ist für mich wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen :-) Der kleine Mann ist sowas von anhänglich, liebenswürdig und zart. Derweil seine Halbschwester richtig zuschlägt beim Schoppen, steht er daneben und wartet auf seine Massage:-) Valentina unterstützt mich tatkräftig, indem sie an meiner Uhr, an meinem Ring und an meinen Fingern knabbert. Sie will mir helfen und sagt, dass ich ihr den Schoppen halt geben soll :-)

 

Am Samstag konnten wir den kleinen Jeff vermitteln. Der 12 Wochen junge Rüde hat einen wunderschönen Platz bekommen und ich wünsche Familie Bolliger viel Freude mit ihm.

 

Wir suchen, wie die einen vielleicht schon gesehen haben, für Eldomir wieder einen Einzelplatz. Ich hoffe, dass sich bald jemand findet, wo er sein liebes Wesen zeigen kann und auch bis zum Lebensende bleiben darf.

 

Dann haben wir eine Anfrage für einen tollen, dreijährigen, reinrassigen Border Buben. Sobald ich die Photos bekommen habe, werde ich ihn vorstellen. Er sei gut erzogen, für alles zu haben, nur mag er nicht mit Schafen arbeiten. Das ist auch der einzige Grund, dass er einen Neuen Platz sucht. Sein Besitzer hat eine grössere Herde und ist auf den Hund angewiesen.

 

Benschi sucht auch immer noch. Warum will sich wohl niemand sich der Herausforderung eines temperamentvollen, aber sehr guten Hundes stellen. Er ist nicht nur ein ganz lieber Kerl, sondern auch noch wunderschön.

 

Ja klar, und nebenbei beiss ich mir fast die Zähne aus, mit der Trägheit der Behörden. Wir brauchen Bewilligungen, Einsprachefristen, Kantonales o.k....... ich muss vielleicht wirklich die Geduld lernen, die ich nie hatte ;-) Ich freue mich ganz fest, bis ich endlich die neu erlernte Thurgauer Sprache brauchen darf. Eine Freundin von uns zog letztes Jahr auch ins Thurgau. Auf ihre Frage bei der Swisscom, wegen der Telefonnummer, sagte der junge Mann : "Die Telefon Nummer dürfen sie behalten, sie sind mit der Autonummer schon gestraft genug" :-)

 

So, nun fragt bitte überall nach, ob nicht ein schönes Plätzli für unseren Eldi frei ist, für die tolle Mira, deren Bild halt nicht so vorteilhaft ist, aber sie ist ganz eine hübsche, und auch für die anderen Platz suchenden.

Wir freuen uns so sehr auf den Frühling, wir haben die Friererei satt ( vor allem Shiva :-)